Halberstadt l „Es sind sogar Gäste aus Bayern extra wegen unserer Ausstellung angereist“, sagt Rüdiger Becker. Der Chef des Vogelkundemuseums Heineanum freut sich, dass die Sonderausstellung „Urzeitschätze. Plateosaurus, Mammut & Co.“ auf so gute Resonanz stieß. „Wir wollten zeigen, was Halberstadt an tollen Sachen zu bieten hat, das ist uns gelungen.“ Hier finde sich auf kleinstem Raum, was anderenorts auf mehrere Museen verteilt ist – von den Stomatolithen, den Überresten der Cyanobakterien, denen die Erde die Sauerstoffatmosphäre verdankt, über Saurierfossilien verschiedener Urzeitepochen bis zum Eiszeitrelikt.

Deutlich mehr Besucher

Dass die Sonderausstellung erfolgreich war, ist nicht nur ein Bauchgefühl, die Einschätzung kann Rüdiger Becker mit Zahlen untermauern. Wobei er betont, dass zeitgleich auch die Sonderausstellung des Städtischen Museums „Halberstadt auf Glas und Porzellan“ lief und die Besucher gemeinsam erfasst wurden. Doch die Steigerung ist deutlich. Becker legt Zahlen aus den Jahren 2016, 2017 und 2018 vor. „Im vergangenen Jahr hatten wir ja auch zwei Sonderausstellungen in unserem Haus. Schon damals kamen im Mai 567 Gäste, ein Jahr zuvor waren es 350. In diesem Jahr waren es im Mai 705 Besucher.“ Und dann ist ein deutlicher Sprung zu erkennen: Im Juni, Juli und August wurden 2302, 2933 und 2183 Besucher gezählt. In den Jahren 2016 und 2017 waren es im Juni 339/780, im Juli 437/738 und im August 242/545. Nimmt man die 2016er Besucherzahl, sind in diesem Sommer neunmal mehr Menschen in die ehemalige Spiegelsche Kurie am Domplatz geströmt.

Thema lockt vor allem Kinder

Das Dino-Thema lockt, vor allem Kinder sind oft begeistert von den Urzeit-Riesen. Auch wenn es, wie Becker berichtet, manche Enttäuschung gab, als klar war, dass hier in Halberstadt kein Dino-Park geboten wird, sondern ein spezieller Blick auf eine besondere Spezies. Die Kinder kamen trotzdem gern, wie Museumspädagogin Evelyn Winkelmann bestätigt. „Wir hatten kaum einen Tag, an dem es keine Veranstaltung gab, dafür manche mit drei Veranstaltungen.“ Hortgruppen, Kindergärten und Schulen nutzten das Angebot, nach einer Ausstellungsrallye in den großen Kisten nach Abgüssen von Fossilien zu graben und diese dann künstlerisch zu gestalten. Auch die Erinnerung zwei Wochen vor Ferien-Ende, dass die Ausstellung samt museumspädadogischem Angebot noch bis Ende August läuft, trug Früchte. „Ich hatte vor allem Schulen angeschrieben, weil die vor den Sommerferien einen Besuch bei uns organisatorisch nicht mehr einrichten konnten.“ Und so waren Klassen aus Wernigerode, Quedlinburg, Stapelburg ebenso im Heineanum Halberstadt unterwegs wie Hortgruppen aus dem Huy. Auch Winkelmann berichtet von weitgereisten Gästen. Eine Familie aus dem Erzgebirge habe ein paar Tage Urlaub in Halberstadt verbracht, um mit den Kindern das Angebot im Heineanum zu nutzen.

Ein Zugpferd des Ganzen sei zudem die Tatsache gewesen, dass Kinder die Angebote kostenlos nutzen konnten und Erwachsene zu den Sonderführungen nur drei Euro Eintritt zahlen mussten. „Ich bin dankbar, dass der Förderkreis uns das ermöglicht hat, dadurch war es auch für Gruppen von außerhalb preiswert“, so Rüdiger Becker.

Modell steht jetzt in Braunschweig

Dass das Modell des Plateosaurus mittlerweile wieder in Braunschweig ist, schmerzt den engagierten Museumschef. „Das war wirklich ein Hingucker. Ich habe oft beobachten können, wie Leute am Tor kurz stehen blieben und dann zu dem Modell gingen, sich informierten.“ Wohl auch deshalb hegt Becker den Traum, so ein Sauriermodell irgendwann dauerhaft im Museumsvorgarten aufstellen zu können.