Osterwieck l Evelin Uhde wird nun an drei Nachmittagen in der Woche das Heimatmuseum öffnen. Dienstags bis donnerstags jeweils von 13 bis 16 Uhr. Sie ist in der Stadtverwaltung seit sieben Jahren auf Minijob-Basis angestellt, eingesetzt auf dem Schäfers Hof und im Sommerbad. Statt Schäfers Hof übernimmt sie nun die Betreuung des Museums.

„Es ist keine Dauerlösung“, merkte Wirtschaftsförderer Peter Eisemann an. Denn ab April wird Evelin Uhde auch wieder im Sommerbad zur Vorbereitung der Badesaison gebraucht. Was zeitlich noch mit der Museumsarbeit zu koordinieren ist. Spätestens aber in der Hochsommer-Badezeit, wenn Evelin Uhde auch als Kassiererin im Bad gefordert ist, könnte es Probleme geben.

Stelle bewilligt

Eigentlich gäbe es eine längerfristige Lösung. Die Stadt hat eine Ein-Euro-Stelle fürs Museum bewilligt bekommen. Allerdings konnte sie bisher keine geeignete Person finden. Denn der infrage kommende Personenkreis aus dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren stark geschrumpft. Wegen der guten Beschäftigungslage, aber auch wegen interner Hartz-IV-Regularien.

So dürfen Langzeitarbeitslose binnen fünf Jahren nur drei Jahre in derlei Projekten arbeiten. Und eine wichtige Voraussetzung für den Job im Museum wäre das Interesse an der Stadtgeschichte.

Evelin Uhde ist seit 40 Jahren Osterwieckerin, hat zuletzt nebenbei auch in der Stephanikirche bei den Öffnungszeiten mit ausgeholfen. Das nötige spezielle Wissen fürs Museum will sie sich jetzt noch aneignen. Zur Seite steht ihr dabei die frühere Museumsleiterin Christine Krebs, die seit ihrem Ruhestand Anfang vorigen Jahres angemeldete Führungen durchs Museum begleitet und daheim Anfragen, die die Stadt zur Historie erreichen, beantwortet.

Stadt hat gespart

Seit über 88 Jahren besteht das Heimatmuseum im alten Osterwiecker Rathaus. Seine schwierigste Phase zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg wurde eingeleitet, als der Stadtrat im Rahmen von Sparplänen Anfang 2017 beschloss, die zum Jahresende auslaufende hauptamtliche Museumsstelle nicht neu zu besetzen und die Öffnung künftig über einen Verein absichern zu lassen. Ein Beschluss mit einer Stimme Mehrheit und völlig überraschend, weil im Vorfeld die Weichen eigentlich auf eine gemeinsame Lösung für Museum und Stadtbibliothek mit jeweils einer halben Stelle gestellt waren.

Der Versuch einer Vereinsgründung scheiterte danach, ist derzeit auf Eis gelegt. Christine Krebs und Ulrich Katzorke ermöglichten es aber, dass das Museum voriges Jahr wenigstens an zwei Nachmittagen geöffnet war. Dabei ist das Heimatmuseum in touristische Angebote und Pauschalen der hiesigen Touristinformation eingebunden. Als das Museum noch hauptamtlich besetzt war, hatte die Einrichtung zwischen 1000 und 4000 Besucher im Jahr.