Halberstadt l Können Kindergartengruppen künftig kostenlos die Straßenbahn nutzen? Wenn es nach dem Willen der Stadtratsfraktion der Linken geht, schon. Aber bis klar ist, ob es tatsächlich zu diesem Angebot kommt, werden noch einige Monate ins Land gehen.

Drei Anträge

Der Stadtrat hatte im Februar drei Anträge der Fraktion Die Linke zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Neben der kostenlosen Straßenbahnfahrt fordern die Linken eine Überarbeitung der Eintrittspreise für den Tiergarten – für Kleinkinder sollte der Besuch kostenlos sein – sowie eine finanzielle Unterstützung von 40.000 Euro für die Vereine der Stadt.

Alle drei Anträge waren am Mittwochabend Thema im Kulturauschuss. Den leitete diesmal Barbara Kischel (CDU) für den verhinderten Ausschussvorsitzenden Jürgen Jüling (Die Linke). Kischel berichtete, dass der bereits am Dienstag tagende Finanzausschuss sich ebenfalls mit den Anträgen befasst, eine inhaltliche Diskussion aber verschoben habe. Da die Stadt für jeden der Anträge Geld aufbringen muss, sollen die Forderungen in der Haushaltsdiskussion für 2019 beraten werden.

Rund 20.000 Euro Kosten

Letztlich entschied sich der Kulturausschuss, in gleicher Weise zu verfahren. Wobei zuvor doch inhaltlich diskutiert wurde. Um eine Grundlage zu haben, hatte Thomas Fahldieck, Abteilungsleiter Kindertagesstätten/Grundschulen, bei den stadteigenen Kindereinrichtungen nachgefragt, wie oft denn Ausflüge mit der Straßenbahn unternommen würden. Vor allem die Vorschulkinder erkunden häufiger die Stadt, aber auch die Kleineren sind schon unterwegs. Rund 8.500 Fahrkarten seien für Ausflüge im Jahr 2017 erforderlich gewesen. „Rechnet man jetzt noch ein paar für Erzieher und Begleiter hinzu, kommen wir geschätzt auf Kosten von 9.100 Euro“, sagte Fahldieck. Und weil nicht nur die 16 städtischen Kindertagesstätten betrachtet werden dürften, seien rund 20.000 Euro einzuplanen, wolle man die Straßenbahnfahrt für Kita-Gruppen kostenlos machen.

Auch Einnahmen möglich

Hans-Joachim Nehrkorn und Detlef Eckert (beide Die Linke), gaben zu bedenken, dass dieses Angebot auch Einnahmen für die Stadt bedeuten könnte, da es für den öffentlichen Nahverkehr pro Fahrgastkilometer eine Förderung gebe. Wie die Regularien sind, soll nun bis zum Herbst erkundet werden. Ebenso sei zu fragen, wie die städtische Verkehrsgesellschaft zum Thema stehe.

Fahldieck nannte noch eine Zahl: Er rechne mit rund 17.000 Euro an Kosten, wenn Kleinkindern ein freier Eintritt in den Tiergarten ermöglicht werden soll. Hier würde eine Änderung vermutlich höhere Eintrittspreise für Erwachsene nach sich ziehen. Auch das soll nun im Herbst diskutiert werden.