Langenstein l Über Wochen haben sich die Vorstands-Mitglieder des SV Langenstein von 1932 ihre Köpfe zur Vorbereitung des traditionellen Neujahrslaufs zerbrochen. Dieser soll im Januar 2020 mehr als ein sportliches Event werden. Darin lag die Herausforderung. Erstmals sollen Sport und ­Klimaschutz miteinander verbunden werden, informiert Sebastian Knobbe. Der Vorsitzende des SV Langenstein hat sich mit seinen Vorstandskollegen etwas Besonderes einfallen lassen.

Aus der Not heraus ist beim SV Langenstein eine Idee geboren worden, die sich mittlerweile zur Tradition gemausert hat. Vor etwas sechs Jahren quittierte der Rasenmäher des Sportvereins seinen Dienst. Geld für den Kauf eines neuen Gerätes fehlte in der Vereinskasse. Daraus erwuchs die Idee, einen Neujahrslauf ins Leben zu rufen, dessen Erlös den Neukauf sichern sollte.

Passt in die Zeit

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die sechste Auflage des Laufs auf Hochtouren. „Wir möchten den Sport und den Klimaschutz unter dem Motto ‚50:50 – VorBäumen ist besser als heilen‘ miteinander verbinden. Das hat es bisher so noch nicht gegeben und es passt gut in die Zeit“, berichtet Sebastian Knobbe.

Das Konzept dahinter ist, dass Unternehmen aus der ­Region pro Teilnehmer des Neujahrslaufes einen Euro geben. 50 Cent davon fließen in die Vereinskasse, die anderen 50 Cent sollen für den Umweltschutz investiert werden, erklärt der Vereinschef. Das Konzept wäre natürlich keines, wenn sich der Vorstand nicht schon für ein ganz konkretes Projekt entschieden hätte, das mit dem Geld gefördert werden soll.

Bäume kaufen

„Wir möchten Bäume ­kaufen und pflanzen. Das ist ein ganz konkreter Beitrag für den Klimaschutz“, betont ­Sebastian Knobbe. Wo die Pflanzungen erfolgen sollen, da ist der Sportverein völlig offen. Entweder in Langenstein, dem übrigen Stadtgebiet oder auch auf dem Gelände eines die Aktion unter­stützenden Unternehmens. Die Werbetrommel für die Aktion wird bereits kräftig gerührt. Für Sebastian Knobbe und seine Vorstandskollegen bedeutet das viel zusätzliche­Arbeit, der man sich natürlich gerne stellt. Vor allem, wenn sie Früchte trägt. Und das sei der Fall.

Die Firmen, die bislang angesprochen wurden, hätten fast alle ihre Unterstützung zugesagt oder in Aussicht gestellt. Mit im Boot sitzen bereits die ­Harzer ­Volksbank, die Nordsaat Böhnshausen, Avis Halberstadt und die Stabakon Blankenburg GmbH. Mit weiteren Betrieben sei man derzeit noch im Gespräch.

Unterstützer

„Zu den Unterstützern gehört mittlerweile auch die Fraktion Buko/FDP/Freie Wähler im Halberstädter ­Stadtrat. Wir würden uns über weitere Unternehmen oder Parteien freuen, die den 6. Neujahrslauf zum Erfolg machen wollen“, so der Vereins­chef. Jeder Euro würde helfen. Nicht nur dem Verein, sondern auch dem ­Klima.

Junge Bäume kosten Geld. Sebastian Knobbe rechnet mit wenigstens 100 Euro und mehr für ein kräftiges Exemplar, das gute ­Chancen hat anzuwachsen. Am Erfolg der Aktion gibt es keine Zweifel, egal wieviel Bäume letztendlich erworben werden können. „Sind es nur sechs Bäume, sind es immerhin sechs mehr als es vorher gab“, betont der Langensteiner.

Hoffnung auf viele Teilnehmer

Die Zahl der Bäume hängt maßgeblich von der Zahl der Teilnehmer des Neujahrslaufes und der unterstützenden Firmen ab. „Zum Lauf im Januar diesen Jahres kamen immerhin 250 Teilnehmer. Ein absoluter Rekord“, so Sebastian Knobbe. Er hegt die Hoffnung, dass diese Zahl zum 6. Neujahrslauf übertroffen wird. Insgeheim rechnet der Vereinschef mit 300 ­Läufern und Walkern.

Firmen, die die Aktion unterstützen möchten, können sich bei Sebastian Knobbe unter Telefon 01 63/ 7 81 67 90 melden