Unfallstatistik

Neun Menschen starben auf Harzer Straßen

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Harz ist gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ereigneten sich 14,13 Prozent weniger Unfälle.

Halberstadt l Wildunfälle, Wenden und Rückwärtsfahren sowie nicht angepasste Geschwindigkeit waren im vergangenen Jahr die Hauptunfallursachen auf den Straßen des Landkreises Harz, informierte Mittwoch das Polizeirevier Harz während der Präsentation der Unfallstatistik 2020. Die positive Botschaft lautet: im zurückliegenden Jahr ist die Zahl der erfassten Crashs im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
„Die Zahl der statistisch erfassten Verkehrsunfälle im Landkreis Harz sank gegenüber 2019 von 6443 auf 5532, was einem Rückgang von 911 Unfällen beziehungsweise minus 14,13 Prozent entspricht“, berichtet Polizeisprecher Uwe Becker. Außerhalb geschlossener Ortschaften krachte es insgesamt 1539 Mal gegenüber 1780 Unfällen im Vorjahr. Das würde einem Rückgang von 241 Unfällen (- 13,54 Prozent) entsprechen. Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich danach 3354 Verkehrsunfälle auf den Straßen des Landkreises Harz, im Vorjahr waren es hingegen noch 3964. Das bedeute einen Rückgang um 610 (- 15,39 Prozent).
„Es liegt nah, dass der Rückgang bei den Verkehrsunfällen eine Folge des durch die Corona-Pandemie generell gesunkenen Verkehrsaufkommens auf den Straßen ist“, vermutet der Polizeisprecher.
Im zurückliegenden Jahren verloren nach Polizeiangaben bei schweren Verkehrsunfällen insgesamt neun Menschen ihr Leben. Darunter vier Motorradfahrer und ein Radfahrer. 2019 waren 16 Opfer zu beklagen. „Die Hauptunfallursachen mit getöteten Personen liegen in unangepasster Geschwindigkeit (6), im Rückwärtsfahren (1) und im Fehler beim Abbiegen (1)“, so Uwe Becker. Ein Rückgang sei 2020 auch bei den verletzten Personen zu verzeichnen gewesen. Die Zahl dieser Unfälle sank von 699 in 2019 auf 639 in 2020, was einem Rückgang von 60 Unfällen (- 8,58 Prozent) entspricht.
Leicht steigend sei hingegen der Trend bei Unfällen mit Schwerverletzten, so Uwe Becker. „Im Jahr 2020 wurden 199 Personen, im Jahr 2019 insgesamt 190 Personen schwer verletzt.“ Bei den leichtverletzten Personen verzeichneten die Ordnungshüter einen Rückgang. Im Jahr 2020 wurden 630 Personen, im Jahr 2019 noch insgesamt 680 Personen leicht verletzt. Die Verkehrsunfälle mit Sachschäden fielen von 2019 zu 2020 von 5744 auf 4893.
Fahrten unter Einfluss von Alkohol und anderen Drogen spielten auch im zurückliegenden Jahr wieder eine Rolle. 90 Verkehrsunfälle seien 2020 unter Alkohol und 12 unter dem Einfluss von Drogen verursacht worden. Im Jahr 2019 waren es noch 94 Alkoholfahrten beziehungsweise 18 unter Drogeneinfluss.
1096 Verkehrsteilnehmer ergriffen 2020 nach einem Unfall die Flucht und entfernten sich unerlaubt vom Ort des Geschehens. Ein Jahr zuvor waren es 1325. Das bedeutet einen Rückgang von 229 (- 17,28 Prozent). Allerdings sei der Anteil der überführten Flüchtigen 2020 zum Vorjahr gestiegen. „Von den 2019 registrierten Fällen konnten 534 aufgeklärt werden. Im Jahr 2020 wurden 491 Fälle von Unfallflucht geklärt“, informiert Uwe Becker.