Halberstadt l Ja, er nimmt die Herausforderung noch einmal an. Andreas Henke stellt sich im kommenden Jahr wieder als Kandidat um das Oberbürgermeister-Amt in Halberstadt zur Wahl. Das hat der 57-Jährige offiziell bestätigt. Wie er mitteilt, habe sich der Ortsverband der Linken einstimmig für seine Kandidatur ausgesprochen.

Für sein Umfeld sei die Kandidatur keine Überraschung. „In den letzten Wochen und Monaten wurde ich häufig von Freunden, Bekannten, engen Mitarbeitern, Vertretern der Wirtschaft und Bürgern gefragt“, berichtet Henke. Um sich offiziell zu positionieren, habe er jedoch die Stadtratswahl im Mai abwarten wollen.

Wird Henke 2020 gewählt, wäre es seine dritte Amtszeit. 2006 setzte er sich in einer Stichwahl mit 72,45 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Hans-Georg Busch (SPD) durch. 2013 erhielt Henke 53,65 Prozent.

Es sei und bleibe sein Anspruch, so viel wie möglich bei Terminen und Veranstaltungen vor Ort zu sein, um mit Bürgern in Kontakt zu kommen, von ihren Problemen und Wünschen zu hören. Oberbürgermeister zu sein, sei kein Job mit geregelten Arbeitszeiten und viel Raum für Freizeit – Termine in den Abendstunden, an Wochenenden sind keine Seltenheit. Für Privatleben bleibe kaum Zeit, „auch wenn Gerüchte und die tollsten Geschichten das Gegenteil behaupten“, sagt er schmunzelnd. Er habe gelernt damit umzugehen, finde Ausgleich in der Meditation, beim Motorrad- oder Fahrradfahren und beim Lesen.

Die Beweggründe, noch einmal zu kandidieren, seien die gleichen wie bei den beiden Wahlen zuvor. „Ich fühle mich Halberstadt verbunden und liebe diese Stadt. Es ist mir ein Wunsch und Bedürfnis, mich für Halberstadt zu engagieren.“ Und anderen die Vorzüge seiner Stadt zu zeigen – Einwohnern wie Touristen. „Wir haben nicht umsonst die Schatzjahre ins Leben gerufen“, so Henke. „Vieles, was Halberstadt ausmacht, wurde so in den Fokus gerückt, auf Feste und Traditionen verwiesen.“ Es brauche auch künftig solcher Ideen, die er mit vorantreiben wolle.

Sorgenkinder "Sorgenkinder"

Und er wolle als Amtsinhaber miterleben, wie „Sorgenkinder“ der Stadt eine positive Entwicklung nehmen – wie der Breite Weg, das Klubhaus oder die Städtische Badeanstalt. Immerhin seien die Weichen dafür in den vergangenen Jahren gestellt, Gespräche und Verhandlungen geführt worden.

Wie reagiert Henke auf die Kritik seines Herausforderers Daniel Szarata? Der Christdemokrat hat in der vergangenen Woche seine Kandidatur bekanntgegeben und kritisiert, dass es eine Führungsschwäche im Rathaus gebe und Prozesse zu langsam vorangehen.

„Es ist nicht so, dass man als OB auf den Tischen hauen und dabei nicht nach links und rechts schauen kann“, sagt Henke. Vielmehr müsse man sich auf Mitarbeiter und deren Kompetenzen verlassen können. „Ich gebe den anderen Führungskräften im Rathaus die Möglichkeit, selbstständig in ihren Bereichen zu agieren.“ In wöchentlichen Beratungen kommen die Abteilungen zusammen und besprechen mit ihm aktuelle Themen und Entwicklungen.

Zudem, so betont Henke, arbeite eine Verwaltung nicht autark. „Wir sind von vielen Faktoren abhängig und auf Partner angewiesen – andere Behörden, der Gesetzgebung und externen Firmen“, erläutert er. Wie lange Prozesse dauern, sei so nicht von der Verwaltung allein abhängig.

„Auch ist es manchmal so, dass augenscheinlich nicht viel passiert, das aber nicht stimmt“, sagt Henke. Das alte Klubhaus sei ein Beispiel. „Das habe ich ja bereits in der Neujahrsrede angekündigt und nun wird es konkret. Der Investor steht zu seinem Wort.“ Wer der Investor ist, will der OB noch nicht sagen. Wohl aber, was mit dem maroden Gebäude passieren soll. „Es wird abgerissen.“ An seiner Stelle soll Wohnraum – auch für betreutes Wohnen – entstehen und im Untergeschoss des neuen Gebäudes sollen Geschäfte untergebracht werden.