Radweg kontra Umbau für die Kinder

Ohne Hort wird Dorfleben ärmer

Von Carina Bosse

Im Zuge der Eingemeindung in die Kreisstadt mehrt sich Elternprotest. Denn geht Süplingen zur Stadt, soll der Hort in der Kita geschlossen werden.

Süplingen l Eine Bürgeranhörung zum Thema der Eingemeindung Süplingens in die Stadt Haldensleben ab dem kommenden Jahr gibt es am Sonntag, 22. September, wenn die Bundestagswahlen ohnehin an die Wahlurne rufen.

Der Gemeinderat hat bereits alle Weichen gestellt, damit fristgerecht die notwendigen Schritte gegangen werden können, bevor es im August eine Einwohnerversammlung gab, von der viele Bürger in ihrem Urlaub überrascht worden waren. Darin war unter anderem die Rede davon, dass der Süplinger Hort, der sich auf dem Gelände der Kindertagesstätte (Kita) befindet, mit der Eingemeindung geschlossen werden soll. Diese Aussage erregte den Unmut vieler Eltern.

"Es stellt die Eltern vor viele Probleme, wenn die Kinder eine Einrichtung in der Stadt besuchen müssen", sagt Inge Ulrich, selbst Oma eines Kindergartenkindes, stellvertretend für viele Betroffene. Dabei liege die Einrichtung sehr schön im Grünen und doch mitten im Ort. Eltern und Erziehern sei bewusst, dass das alte Gebäude schon seit 1960 oder 61 steht, marode ist und Energie frisst, aber eine sang- und klanglose Einstellung der Hortbetreuung könne nicht die Alternative sein. "Mein Vorschlag wäre, wenn wir zur Stadt kommen und uns so ein Fahrradweg nach Haldensleben in Aussicht steht, dieses Geld nutzbringender anzulegen und eine Lösung für unsere Kindereinrichtung zu finden", so die Süplingerin. Auch die Krippe sei zu klein und bräuchte einen größeren Anbau. Mehrere engagierte Eltern und Süplinger würden bereit sein, tatkräftig im Rahmen der Möglichkeiten bei einem Umbau mit anzupacken. "Auf einen direkten Radweg können wir nach so vielen Jahren auch weiterhin verzichten", meint sie.

Mehrere Ideen schwirren Inge Ulrich im Kopf herum, eine Art Waldkinderbetreuung zu schaffen, ist eine davon. Statt im Wald könnte das unmittelbar im Ort erfolgen. Was sei ein Dorf ohne Kinder? Sind sie aus ihrem Dorf erst einmal weg, wird es schwer, sie später im Ort zu halten.

Als Großmutter ist es ihr Anliegen, dass die ganzen Vorhaben noch einmal überdacht werden - im Sinne einer kinderfreundlichen Lösung.