Eilsdorf l An Heinrich Christoph Moetefind, den Kürassier von Eilsdorf (1845 bis 1934) erinnert heute nur noch ein kleines Foto in der Heimatstube. Über das Besondere dieses Mannes gibt es einige Zeilen in der Ortschronik von Eilsdorf.

Im Dezember 1845 erblickte Heinrich-Christoph Moetefind als fünftes von insgesamt sechs Kindern in Eilsdorf das Licht der Welt. Die Eltern waren Andreas Moetefind und Gattin Dorothea Elisabeth, geborene Becker. Der ältere Bruder Friedrich, geboren 1840, übernahm den elterlichen Hof. Dazu heißt es in der Eilsdorfer Chronik: „Heinrich Moetfind gab seine ganze fast eiserne Körperkraft dem Hofe und der Arbeit auf dem Feld, da sein Bruder nicht ganz so widerstandsfähig war.“ Beschrieben wird, dass er von anderen stets die gleiche Leistung erwartete, die er selbst brachte und daher manchmal mit seinen Äußerungen sehr verletzte. Auf der anderen Seite hätte er die Kinder des Hauses sehr geliebt und verwöhnt. Dass er bis in das hohe Alter hinein gesundheitlich „beinahe unanfechtbar“ war, beweist die überlieferte Erzählung, nach der er, nachdem ihm durch einen unglücklichen Unfall eine scharfe Sense tief in das Gesäß gedrungen war, schon einige Tage später wieder als Zecher auf seinem gewohnten Platz auf dem Sofa des Gemeinde-Kruges saß.

Als junger Mann musste auch Heinrich Christoph im Alter von 25 Jahren zum Militär und nahm am deutsch-französischen Krieg (siehe Infokasten) teil, der viele Opfer forderte. Er gehörte dem Magdeburger Kürassier-Regiment von Seydlitz Nr. 7 an, dem Kavallerieverband der Preußischen Armee. Die Magdeburger Kürassiere (Reiter mit Harnisch) wurden auf Grund ihres Kasernenstandortes auch die „Halberstadter“ genannt. Den Standort Halberstadt gab es seit 1817 bis zur Auflösung des Regimentes zum Ende des ersten Weltkrieges.

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Unter dem Kommando von Generalmajor Adalbert von Bredow nahm das Magdeburger Kürassier-Regiment Nr. 7 als Kavallerie-Brigade mit jeweils drei Schwadronen an dem, in die Geschichte eingegangenen Todesritt bei Vionville im August 1870 teil. Unter ihnen auch Heinrich Moetefind aus Eilsdorf, der bei diesem Kampf zwei Pferde verlor.

Von seinen Kriegserlebnissen erzählte der Kürassier Heinrich Moetefind nur selten und man musste ihn lange und heftig überreden, ist überliefert. Am 7. November 1935 ist, Heinrich Moetefind in Eilsdorf verstorben. Bei seiner Beerdigung wurde vor allem seine Teilnahme am Todesritt hervorgehoben und gewürdigt.

Der Heimatdichter Thiemann aus Halberstadt verlas einen eigens für Heinrich Christoph Moetefind verfassten Nachruf, den er am Grabe vor trug. Das Gedicht beschreibt Einzelheiten des Kampfes und erzählt auch über die mittlerweile berühmte Trompete, die nach dieser Attacke zum Sammeln blasen sollte. Diese Trompete war aber völlig zerschossen und brachte nur noch klägliche Töne von sich.

Infos: Heimatstube Eilsdorf, Tel.: 01 74/ 284 01 38