Spendenaktion

Osteröder sammeln für die Flutopfer

Die Osteröder Feuerwehr hat eine Spendenaktion für die Flutopfer im Westen Deutschlands organisiert. Sonnabend früh startet ein Konvoi mit Kleintransportern.

Von Mario Heinicke
Kontinuierlich wurden auch am Dienstag  Spenden  bei der Osteröder Feuerwehr abgegeben. Von dieser  Palette aus wurden sie sortiert und verpackt.
Kontinuierlich wurden auch am Dienstag Spenden bei der Osteröder Feuerwehr abgegeben. Von dieser Palette aus wurden sie sortiert und verpackt. Foto: Mario Heinicke

Osterode - Man könnte den Eindruck haben, in Osterode steht eine große Party bevor. Paletten voller Getränkepacks stehen in der Garage der Feuerwehr, fallen ins Auge. Doch weit gefehlt. Beim näheren Hinsehen sind neben dem Wasser etliche Schaufeln, Eimer, Kartons mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu erkennen. Alles Spenden aus dem Fallsteindorf und Umgebung, die am Sonnabend als Hilfstransport in das Katastrophengebiet von Rheinland-Pfalz gehen werden.

An zwei Tagen, vergangenen Sonnabend und am Dienstag, konnten die Spenden bei der Feuerwehr abgegeben werden. Schon am Sonnabend waren zehn Paletten voll Hilfsgüter zusammengekommen. Bestimmt für die Flutopfer sowie die freiwilligen Helfer, die vor Ort beim Aufräumen mit anpacken.

Diese Aktion ist zwar relativ spontan entstanden, aber mit den Verantwortlichen vor Ort abgestimmt. Die Osteröder Feuerwehr, die seit Jahren enge Kontakte auch nach Niedersachsen pflegt, wurde auf den Spendenaufruf des Wolfenbüttelers Dieter Asche aufmerksam. Er organisiert sonst alljährlich einen Feuerwehr-Pulling-Wettbewerb für einen guten Zweck, woran auch die Osteröder schon teilgenommen haben. Die Osteröder nahmen die Idee zur Hilfe für das Flutgebiet auf und organisierten hier eine Spendenaktion. Am Sonnabend, noch vor der Dämmerung, werden sich sechs Kleintransporter vom Fallsteindorf aus zunächst nach Wolfenbüttel in Bewegung setzen. Dort stoßen noch jeweils ein Transporter mit Hilfsgütern aus Wolfenbüttel und Gifhorn dazu, die gemeinsam zunächst in den Ort Dernau und danach noch in weitere Orte im Raum Ahrweiler rollen werden.

Viel mehr Spenden als erhofft

„Wir hatten anfangs mit zwei Kleintransportern gerechnet“, berichtete Hartmut Bartsch aus der Osteröder Wehr. Dass letztendlich so viele Spendengüter zusammengekommen sind, habe man nicht erwartet. Ortswehrleiter Olaf Chrost berichtete, dass auch Geldspenden eintrafen, sogar bis aus dem südlichen Thüringen. Mit dem Geld seien weitere im Flutgebiet benötigte Dinge eingekauft worden.

Bekleidung oder Möbel zum Beispiel werden vor Ort nicht gebraucht, weiß Dieter Asche, der sich selbst im Flutgebiet ein Bild machen konnte. Auch drei Osteröder Feuerwehrleute waren schon im Westen, halfen zusammen mit weiteren Kameraden aus den Wehren der Einheitsgemeinde beim Aufräumen. Mit Vertretern von Hilfsorganisationen vor Ort stehen sie weiterhin in Kontakt, wissen somit, woran aktuell Bedarf besteht.

Die Transporter, die am Sonnabend auf die Reise gehen, sind privat oder von Firmen zur Verfügung gestellt worden beziehungsweise von einem Autovermieter quasi zum Selbstkostenpreis.

Die Osteröder haben also viel Unterstützung für diese Hilfsaktion erfahren. Ob die Aktion einmalig und nach dem Wochenende damit erledigt ist? Dieter Asche denkt, dass da noch etwas nachkommen wird. „Wenn man das Drama dort einmal gesehen, möchte man weitermachen.“ Fernsehbilder könnten überhaupt nicht wiedergeben, wie schlimm es dort aussehe, habe er festgestellt. Den Osterödern zollte der Wolfenbütteler einen Riesenrespekt, was sie bei dieser Aktion auf die Beine bestellt haben. „Die Jungs und Mädchen hier machen einen ganz tollen Job.“

Eine weitere Palette mit Getränken geht zum vorübergehenden Lagerplatz.
Eine weitere Palette mit Getränken geht zum vorübergehenden Lagerplatz.
Foto: Heinicke