Harsleben l Der Turm der evangelischen Kirche in Harsleben steht zwar nicht ganz in Waage - zu sehen, wenn man aus Richtung Quedlinburg kommt – doch das Schieferdach schien noch in Ordnung zu sein. „Wenn man jetzt vom Gerüst hinschaut, sieht man doch deutlich die Schäden“, stellt Ralph Rainer Wenske vom Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Wegeleben fest.

Schon in den 1980-er Jahren hatte es im Ort Initiativen gegeben, den Turm zu stabilisieren. Deshalb wurden große Stahlträger eingezogen, die bis zur großen Glocke reichen.

Turmfahne trägt Jahreszahl 1981

Die Sicherungsarbeiten müssen schon in den 1950-er Jahren begonnen haben. Die Turmfahne weist das Datum 1981 aus, offensichtlich den Abschluss der Reparaturen. „Mit den damaligen Möglichkeiten wurde hier einiges geleistet“, bestätigt Architekt Gerd Srocke. Doch jetzt zeigen sich manche Probleme. Einige Schiefertafeln fehlen schon, und das mit Betonziegeln gedeckte Kirchendach macht auch Probleme.

Die Kirche in Harsleben beherbergt einen besonderen Schatz – das Rückpositiv der Orgel aus der Halberstädter Martinikirche. Dieses Teil soll für die Wiederherstellung der dortigen Orgel eingesetzt werden und Harsleben eine neue Orgel bekommen. Dafür muss jedoch das Dach dicht sein.

Abnahme der Turmkugel naht

„Die Zimmerer aus Ströbeck ersetzen jetzt einige Tragbalken am unteren Turmkranz und reparieren dann, wo nötig, die Dachschalung des Turmes, wenn die alten Schieferplatten abgenommen sind“, so der Architekt. Alle Beteiligten hoffen, dass die Witterung es zulässt, die Arbeiten noch in diesem Jahr abzuschließen. Eine Höhepunkt dürfte die in Kürze erwartete Abnahme der Turmkugel werden. „Wir sind doch gespannt, ob dort noch historische Unterlagen und Chroniken enthalten sind“, sagte Wenske. Im Kirchenbüro gibt es dazu keine Unterlagen. Pfarrerin Susanne Entschel hatte schon öffentlich angekündigt, dass man die Turmkugel gern vergolden möchte, damit sie länger ihren Glanz behält. Dazu sind aber Spendengelder der Harslebener erforderlich. „Dieses Vorhaben ist im Gesamtprojekt von 200.000 Euro nicht enthalten“, hob Wenske hervor. Die meisten Mittel stammen vom Kirchenkreis und der Kirchengemeinde. Rund 50.000 Euro stellte das Land zur Verfügung und Lotto Sachsen-Anhalt 15.000 Euro.

Auf den Kugelinhalt ist Annette Flieger besonders gespannt. Sie bereitet mit Unterstützung von Roswitha Fitz und Manfred Holschumacher schon einige Unterlagen vor, die in die dann sanierte Kugel eingebracht werden sollen.