Halberstadt (dku) l Dicht gedrängt standen zahlreiche Interessierte aus Nah und Fern, um die erste gemeinsame Ausstellung der Halberstädter Hella und Heinrich Dhemant in der Ausstellungsscheune des Schraube-Museums zu erleben. Zur Eröffnung sagte Armin Schulze, die Ansprüche von zwei Künstler würden selten so übereinstimmen wie diese.

Leben und Wirken vorgestellt

Der Museumschef begrüßte die Künstler, die vielen Besucher und bedankte sich auch bei zwei jungen Musikerinnen.

Helena und Johanna Jankowski gaben hier mit neun Jahren ihr erstes öffentliches Konzert. Beide Schwanebeckerinnen lernen seit drei Jahren an der Musikschule Fröhlich das Akkordeonspiel.

Bilder

Sabine Moczko von der Stadtverwaltung Halberstadt umriss kurz das Leben und Wirken der Halberstädter Künstler. Die begannen zehn Jahre nach der Wende sich im Norden einen Rückzugsort zu schaffen. Mit Eintritt ins Rentenalter wurde es ihre Sommerresidenz. „Es ist ein offenes Haus für Freunde und Verwandte sowie für manche Kunstaktion“, weiß sie zu berichten. Dort wird viel gemeinsam musiziert.

Hella Dhemant faszinierte schon immer der Umgang mit Farben. „Gebrauchswerber“ lautete ihr Ausbildungsberuf. In Handarbeit ging es ans Schaufenstergestalten, Herstellen von Werbematerial aller Art. Sie wurde Bühnenmalerin und ­Dekorateurin, eine anspruchsvolle und vielseitige Beschäftigung.

Beim Maler Barheine baute Hella Dhemant ihr Talent aus und nahm an zahllosen Seminaren im In- und Ausland teil, um sich und ihrer Kunst gerecht zu werden und Neues zu lernen. Sie leitete einen Kindermalzirkel und arbeitete mit kreativen Menschen an der hiesigen Volkshochschule. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinrich Dhemant ging sie oft auf Reisen, lernte viele Museen kennen.

Liebe zur Bildhauerei

Nun ist Hella Dhemant Rentnerin, doch wie eine typische Rentnerin sieht sie nicht aus. Es treibt sie immer noch umher, die Kunst und das Lernen lassen sie nicht los. Immer wieder erkundet sie neue Wege.

Zahlreiche Ausstellungen gab es bereits mit ihren ­Werken. Jetzt treffen im Haus des Schraube-Museums die Wucht von Hellas Farben mit der Formenpracht der Werke aus Holz und Granit ihres Ehemannes Heinrich zusammen. Dass der ehemalige Leiter des Landkreis-Ordnungsamtes auch solche Seiten hat, überraschte manch einen Besucher.

Heinrich Dhemants Liebe gilt im Besonderen der Bildhauerei. Das Arbeiten mit verschiedenen Materialien, das Ausprobieren und die Spannung, was aus dem Rohmaterial entstehen wird, lassen ihn nicht los. Besonders Marmor hat es ihm angetan, wohl eines der schwierigsten Materialien zur Bearbeitung. Seine Skulpturen wachsen aus seiner Seele. Er selbst gibt sich kein Thema vor, sondern lässt sich treiben, ist manchmal selbst überrascht, wohin es ihn treibt.

Bisher hat er sein Talent für sich gelebt. Erstmalig zeigt er in dieser Ausstellung seine Werke. Warum dieser Sinneswandel? Heinrich Dhemant ist es ein Bedürfnis, so betont er, anderen Menschen zu zeigen, was man alles schaffen kann, auch wenn man nicht mehr im Berufsleben steht, wie sinnvoll man Zeit nutzen kann und welche Freude und Erfüllung es bringt, neues zu schaffen und Schönheit entstehen zu lassen.