Wettbewerb futurego

Futurego ist ein Wettbewerb im Land Sachsen-Anhalt, bei dem es darum geht, eine Geschäftsidee vom Konzept bis zum Prototypen zu entwickeln. Der Wettbewerb dauert ein Schuljahr und kann sowohl in den Unterricht integriert als auch außerschulisch organisiert sein.

Mitmachen können Jugendliche ab Klassenstufe 8, bei weiterführenden Schulen bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs. Alle angebotenen Veranstaltungen wie Workshops und individuelle Coachings sind kostenfrei.

Finanziert wird der landesweite Schülerwettbewerb vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Wirtschaftsminister Armin Willingmann ist Schirmherr. Die Koordinierung des Wettbewerbs liegt bei der Univations GmbH, einem Institut der Uni Halle.

In Halberstadt beteiligen sich die Sekundarschule Am Gröpertor und das Käthe-Kollwitz-Gymnasium am aktuellen Wettbewerb.

Quellen: futurego.de,; www.univations.de

Halberstadt l „Wir müssen am Donnerstag in die Höhle des Löwen.“ Jörg Wenske schmunzelt, aber soweit ist der Vergleich mit der Fernsehsendung nicht hergeholt. Denn heute kämpfen Gröpertor-Schüler um die beste Bewertung für ihre Geschäftsidee – allerdings vor Menschen, die den Wettbewerb Futurego unterstützen und nicht mit eigenem Kapital und Wissen ein Produkt auf den Markt bringen wollen.

Bei Futurego stehen jugendliche Unternehmer vor den Juroren und kämpfen um 1000 Euro Preisgeld. In der ersten Phase des landesweiten Wettbewerbs reichen Schülerfirmen aus Sachsen-Anhalt ihre Ideen als Konzeptpapier und Video ein, die Jury wählt daraus die aus ihrer Sicht besten aus. In der zweiten Phase des vom Wirtschaftsministerium des Landes geförderten Wettbewerbs haben dann weitere Teilnehmer die Möglichkeit, sich persönlich mit ihrem Geschäftsmodell vorzustellen.

Besuch im Seniorenheim

Und damit das möglichst reibungslos abläuft, haben die Schüler mit ihrer Firma „Hugo und Friends Company“ schon mal geübt und das Seniorenzentrum Nord besucht. Die vom Cecilienstift getragene Einrichtung liegt ihrer Schule genau gegenüber und bot sich nicht nur der räumlichen Nähe wegen an – Senioren sind die Zielgruppe, die sich die in Gründung befindliche Schülerfirma ausgesucht hat.

Bilder

Bislang sind die Haflinger und Ponys von Deutschlands einziger Schule mit einer Pferdezucht auf Festen und in Kindergärten unterwegs. Doch auch Senioren freuen sich über die Begegnung mit den Tieren, vor allem, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt sind. „Das ist eine wahre Freude“, sagt Werner Münch, als er sanft über den Pferderücken streichelt. „Ich genieß‘ das, das könnte ich stundenlang machen“, sagt der aus Wegeleben stammende Mann, der nun in Halberstadts Hospitalstraße zuhause ist.

Während Werner Münch mit einem Pony beschäftigt ist, freuen sich mehrere ältere Damen über Lollipop, das zwei Wochen alte Fohlen. Vivian Könnecke hat es am Zügel, doch die Umgebung ist für das Jungtier ungewohnt, deshalb steht Lehrerin Kerstin Barkowski mit Luisa, der Mutter von Lollipop nahe am Fohlen.

Das erfreut mit seinem weichen Fell und ungestümen Verhalten die Seniorinnen sehr. Während eine weitere Menschengruppe sich den Pferden nähert, die Anna Hensel, Jannik Amelung, Jonas Sundermann und Hannah Newie gemeinsam mit Kerstin Barkowski, Mara Herrmanns und Jörg Wenske auf den Hof geführt haben, fragen die Schüler, ob nicht einer der Heimbewohner ein Pferd striegeln möchte. Sie haben alles dabei, doch noch scheuen sich die Senioren.

Gnadenbrot seit 2010

„Kremserfahrten sind möglich und, wenn es gewünscht ist, können wir nach Absprache mit dem Hufschmied auch ein Pferd vor einem Seniorenheim beschlagen. Daran erinnern sich bestimmt viele der Heimbewohner, die früher ja oft sehr viel mehr mit Pferden zu tun hatten, als das für die heutige Jugendliche der Fall ist“, sagt Jörg Wenske. Der ist nicht nur Lehrer an der Gröpertorschule, sondern seit einigen Jahren Vorsitzender des Pferdesport- und Zuchtvereins. Dieser wurde 1990 gegründet, um die seit 1964 bestehende Pferdezucht an der Schule zu erhalten. Dafür hat sich der Verein, und nun auch die eng mit ihm verwobene Schülerfirma, Kooperationspartner gesucht.

Während die Schüler in den extra angefertigten Firmen-T-Shirts ins Gespräch mit den Heimbewohnern kommen, steht Namensgeber Hugo ruhig zwischen Sally und Kurti. Der halbblinde Vierbeiner ist Namensgeber der Firma – das vermutlich fast 30 Jahre alte Pony war 1993 von Vereinsmitgliedern vor dem Schlachter gerettet worden und erhält seit 2010 im Verein sein Gnadenbrot. Damit ist das Angebot der Schülerfirma auch tierisch ein generationsübergreifendes Projekt.