Halberstadt l Zoff im Stadtentwicklungsausschuss Halberstadt. Ausschuss-Chef Michael Herrmann (CDU) kritisierte die Arbeit der Verwaltung, genauer, deren Informationspolitik gegenüber den Abgeordneten. Konkret geht es um 19 Bäume, die an der Diesterweg-Grundschule im Zuge der Ende September beginnenden Sanierung gefällt werden sollen.

„19 Bäume sind schließlich kein Pappenstiel, sondern eine Hausnummer. Daher habe ich ein großes Problem damit, dass wir Abgeordneten erst einen Tag vor der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses von der Verwaltung die Informa­tion über die geplante Fällaktion auf den Tisch bekommen“, sagte Michael Herrmann hörbar sauer. Im Hinterkopf hat der Christdemokrat dabei auch die Halberstädter, die ihre Grünanlagen lieben und empfindlich auf Baumfällungen reagieren. Daher besteht Herrmann darauf, dass die Fällaktion nicht nur als Information für die Ausschussmitglieder durchgewunken wird, sondern beschlossen werden muss.

Öffentliches Interesse

Timo Günther von der Stadtverwaltung betonte, dass es Fälle gibt, wo Bäume zwingend gefällt werden müssen. Entweder weil sie eine Gefahr darstellen oder weil das öffentliche Interesse da ist. Im Fall der Diesterwegschule sei letzteres der Fall, weil diese saniert werden soll. Daher müssten die Abgeordneten darüber nicht abstimmen.

„Das sehe ich anders. Wir wissen seit über einem Jahr, dass an der Schule gebaut werden soll und dann fällt der Verwaltung zwei Tage vor der Angst ein, dass die Bäume weg müssen. Das finde ich Käse“, entgegnete Herrmann. Das sagten auch weitere Ausschuss-Mitglieder und plädierten für eine Abstimmung.

Zu spät informiert

„Die Jacke müssen wir uns anziehen, dass wir Sie zu spät informiert haben. Dafür entschuldige ich mich“, so Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Er erklärte, dass die Bäume wegen der Tiefbauarbeiten zur Erschließung des Gebäudes mit Ver- und Entsorgungsleitungen gerodet werden müssen. Ersatzpflanzungen sollen nach Abschluss der Sanierung auf dem Schulgelände erfolgen. Ein Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün erläuterte, dass die Wurzeln der Bäume durch die Schachtungen verletzt werden können. Was sowohl Statik als auch Gesundheit der Bäume gefährde.

Letztlich kommt es zur Abstimmung. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss für die Rodung zu, um den Baubeginn nicht zu gefährden.