Osterwieck l Der Name ist Programm. Die Geschäftsidee von Madita Schwandt, Lyn Köhler und Theresa Tonnemacher nennte sich „The FANCY Ice Cream Truck“. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Kleinbus, in dem außergewöhnliche Eissorten angeboten werden. Also nicht das weit verbreitete Schoko-, Vanille- oder Erdbeer-Eis. Sondern Cola-Apfel zum Beispiel. Noch dazu biologisch und regional, wie Theresa Tonnemacher betonte.

Zu Hause in der Küche haben die Mädchen experimentiert, sich dafür auch noch extra einen Eismixer angeschafft. Mit zwei Kreationen im Gepäck fuhren sie vorige Woche nach Lutherstadt Wittenberg, wo die Abschlussveranstaltung des landesweiten „futurego“-Wettbewerbs stattfand.

Ideen vorgestellt

Die besten 20 Wettbewerbsbeiträge wurden hier präsentiert, die besten fünf Teams stellten ihre Geschäftsideen dem Publikum sowie der Jury mit Staatssekretär Jürgen Ude und Wirtschaftsvertretern ausführlicher vor. Die Osterwieckerinnen taten das ganz praktisch, indem sie die Jury das Eis probieren ließen.

Der Wettbewerbsbeitrag umfasste jedoch mehr, als nur Eiskreationen zu erfinden. Es ging darum, ein Konzept aufzustellen, quasi die Vorstufe eines Businessplans, mit dem man bei der Bank für einen Kredit vorstellig wird. Die Geschäftsidee muss sich also auch rechnen. Das tat sie letztendlich bei den drei Mädchen. „Der Finanzplan sagt, es wird sich lohnen“, stellte Theresa Tonnemacher fest. Um das Eis zu verkaufen, soll der Truck vor allem auf Festivals eingesetzt werden, mit Schülern und Studenten als Verkäufer, gab Madita Schwandt einen tieferen Einblick ins Konzept. Feste Mitarbeiter einzustellen, sei wegen der entfernt liegenden Einsatzorte schwierig.

Umsetzen werden Madita Schwandt, Lyn Köhler und Theresa Tonnemacher ihre Geschäftsidee nicht. Aber Erfahrungen haben sie gesammelt, auch wieviel Bürokratie an der Verwirklichung einer Idee hängt.

Teilnahme obligatorisch

Die Schülerinnen sind Elftklässlerinnen und belegen an ihrer Schule den Wirtschaftskurs bei Lehrer Jan Schönfeld. Am Fallstein-Gymnasium ist es seit Jahren obligatorisch, dass die Kursteilnehmer beim „futurego“-Wettbewerb mitmachen. Von den sechs Schülergruppen schaffte es auch noch das Team „Murphy“ mit Vanessa Bode und Emma Sophie Vogeley auf einen Spitzenplatz, der die Fahrt zur Auszeichnungsveranstaltung ermöglichte.

Murphy ist der sechsjährige Hund von Vanessa Bode, der nicht jedes Futter verträgt. Ihre Geschäftsidee daher: Hundekekse für Allergiker-Hunde. Dabei musste sie nicht bei Null anfangen, denn Murphy bekomme schon lange selbstgebackene Hundekekse mit ausgewählten Zutaten. Glutenfreiem Mehl vor allem. Damit gehe es ihm wieder gut. Hunde mit Unverträglichkeiten und Allergien gebe es immer mehr, hat Vanessa Bode beim Gespräch mit einem Tierarzt erfahren.

Natürliche Zutaten

Die Hundekekse werden aus 100 Prozent natürlichen und biologischen Zutaten hergestellt. Sie schließen Allergiefaktoren wie Weizen, Zucker oder bestimmte Eiweiße aus. Außerdem wird das Produkt ohne Konservierungsstoffe, mit wenig Fett sowie mit leicht verdaulichen Zutaten hergestellt und ist in verschiedenen Sorten erhältlich. Für die Geschäftsidee wurde auch eine Fertigbackmischung entwickelt, mit der Kunden die Hundekekse selbst backen können.

Der Lohn ist ein siebenter Platz. Für beide Osterwiecker Teams gab es zudem eine Geldprämie. Mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde darüber hinaus Jan Schönfeld als „bester Lehrer“.