Osterwieck l Es ist ein noch nicht weit verbreitetes Konzept, das die Colbitzer Humanas GmbH umsetzt. Entwickelt vom Firmenchef Jörg Biastoch selbst. Verschiedene seniorengerechte Wohnformen auf einem Grundstück, je nach Wunsch und Notwendigkeit der Bewohner mit oder ohne Betreuung. Und wenn Betreuung, dann bei Bedarf bis zur höchsten Pflegestufe. Auch eine Tagespflege soll hier ermöglicht werden.

Zwei Jahre ist es her, als Biastoch sein Konzept in Osterwiecker Ratsgremien vorgestellt hat. Denn der Wohnpark entsteht auf vormals städtischem Gelände, dem sogenannten Issigland. Die Kommune hatte für das Bauland über viele Jahre vergeblich einen Erschließungsträger gesucht. Und die Stadt setzte das Bebauungsplanverfahren in Gang.

Ideal für Pflegebedürftige

Rar sind bisher in Osterwieck barrierefreie Wohnungen, also ohne Treppen und andere Hindernisse. Der Wohnpark in der Hornburger Straße bietet in vier ebenerdigen Reihenhäusern insgesamt 29 Zweiraumwohnungen. Da­rüber hinaus ist ein Gebäude in Wabenform mit 28 Einraumwohnungen entstanden. Hier sollen vor allem Pflegebedürftige einziehen.

Bilder

Osterwieck ist bereits der elfte Wohnpark, den Humanas seit 2009 in Sachsen-Anhalt baut. Das Konzept spricht sich immer mehr herum. Fragten anfangs die Humanas-Vertreter in den Rathäusern an, ob Interesse besteht, kommen inzwischen die Anfragen auch schon von den Kommunen selbst, berichtete Unternehmenssprecherin Alexandra Borchert. In Magdeburg und Biederitz sollen die nächstfolgenden Wohnparks in Betrieb gehen. Und Humanas hat jetzt auch das erste Projekt außerhalb Sachsen-Anhalts im Visier, in Mecklenburg-Vorpommern.

Als das Wohnpark-Konzept vor zwei Jahren in Osterwieck bekannt wurde, gab es sofort die ersten Voranmeldungen von Interessenten, ohne dass schon ein Spatenstich absehbar war. Letztendlich lagen bis Freitag über 50 Voranmeldungen vor, berichtete Jörg Biastoch. Er weiß aus Erfahrung mit den anderen Wohnparks, dass sich die Belegung der Wohnungen durchaus über einige Monate hinziehen wird. Weil es für die Menschen eben doch schwer ist, ihr altes Zuhause zurückzulassen. Und natürlich sind Kündigungsfristen einzuhalten.

Draußen wird noch gearbeitet

Anfang März werden noch nicht alle Wohnungen fertig sein. Auch draußen muss noch gearbeitet werden. Die Bewohner der Reihenhäuser bekommen alle ihren persönlichen Kleingarten bis an die Terrasse heran. Zur Straße hin wird ein Teich entstehen. Parkplätze und ein Verbindungsweg auf der alten Bahntrasse kommen hinzu. Darüber werden die Bewohner einen ruhigen und kurzen Fußweg zu den beiden Eimkaufsmärkten haben.

Etwa 60 Menschen werden im Wohnpark leben, schätzt Jörg Biastoch. Die Erfahrung aus anderen Einrichtungen besagt, dass etwa 40 pflegebedürftig seien. Auch Demente würden hier aufgenommen. Die Mitarbeiter seien für deren Betreuung qualifiziert.

Um die 20 Arbeitskräfte sollen in Osterwieck beschäftigt werden. Die ersten haben ihre Arbeit bereits aufgenommen, darunter Katrin Blume aus Veltheim als Pflegedienstleiterin.