Thematische Wanderroute bis zum Kloster Wendhusen in Thale erweitert

Sieben Klöster an einem Weg

Von Ingmar Mehlhose

Der Harzer Klosterwanderweg ist um einen zweiten Streckenabschnitt erweitert worden. Er führt jetzt von Ilsenburg über Wernigerode und Blankenburg bis nach Thale zum einstigen Kanonissenstift Wendhusen.

Thale l Bisher verlief der Harzer Klosterwanderweg vom Goslarer Grauhof an den historischen Gemäuern in Wöltingerode und Ilsenburg vorbei bis nach Drübeck. Insgesamt 32 Kilometer galt es zu bewältigen. Ab sofort sind es doppelt so viele, denn die thematische Route ist um einen zweiten Streckenabschnitt erweitert worden. Über das Kloster Himmelpforte in Wernigerode und Michaelstein bei Blankenburg geht es bis zum einstigen Kanonissenstift Wendhusen.

Dort wurde das Projekt am Donnerstag offiziell vorgestellt. Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) würdigte dabei die gelungene Verbindung kulturhistorischer Höhepunkte über Ländergrenzen hinweg. Erst beim jüngsten Brockenstammtisch habe er im Hinblick auf touristische Vorhaben schließlich den Eindruck gewinnen müssen, "dass sich Harzer untereinander nicht so verstehen".

Nach den Worten von Balcerowskis Ilsenburger Amtskollegen Denis Loeffke (CDU) habe sich die bisher existierende Wanderstrecke zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Damit sei vorab nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Loeffke zufrieden: "Wir konnten mit diesem Angebot einen Bedarf erzeugen, der so nicht da gewesen ist."

Dies bekräftigte Frank Glitsch. Der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Ilsenburg gestand, ebenfalls skeptisch gewesen zu sein. Dank der Kooperation mit den Harzklub-Zweigvereinen entlang der Route und den Mitarbeitern der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz in Elbingerode hätten jetzt weitere 34 Kilometer Klosterwanderweg ausgeschildert werden können. Was leider noch fehle, sei eine aktuelle Karte für die gesamte Strecke. Immerhin: Pünktlich zur Eröffnung habe die Homepage freigeschaltet werden können.

"Wandern ist in aller Munde, Pilgern ein Megatrend", betonte Evelyn Kunz. Für die Leiterin der Tourismus Bodetal verbindet der Wanderweg "spirituelle Stätten" miteinander. Kunz weiter: "Das Schöne ist, es gibt nur einen gemeinsamen Erfolg." Und: "Einzelne Produkte erlangen zusammen eine höhere Qualität."

Davon dürfte nicht zuletzt das Kloster Wendhusen profitieren. Heinz A. Behrens als Erster Vorsitzender der Nordharzer Altertumsgesellschaft Hausherr im einstigen Kanonissenstift, kündigte für 2013 sogar "einen Quantensprung" an. Bei den dreijährigen Ausgrabungen auf dem Gelände sei der komplette Grundriss der zwischen 820 und 825 errichteten ersten Kirche gefunden worden. Über 33 Meter lang und etwa 8,80 Meter breit, solle er als archäologischer Park für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Die feierliche Eröffnung findet laut Behrens am ersten Juniwochenende statt.