Halberstadt l Es ist geschafft. Mehr als das. 12 405,47 Euro sind bei einer sechswöchigen Spenden-Aktion zusammengekommen, die für den Erwerb der Feuerskulptur ins Leben gerufen wurde. Das Kunstwerk wird nun dauerhaft in Halberstadt einen Platz finden.

Immerhin ist sie auch hier entstanden. Die Keramikfigur ist ein Werk des Künstlers Reinhard Keitel. Sie wurde im Juli im Rahmen des zehnten Ton am Dom gebrannt, einer Veranstaltung, bei der, wie der Name schon verrät, Musik und Keramik rund um das markante Gotteshaus im Fokus stehen. Das Brennen wurde zu einem Besuchermagneten und hat „Ton am Dom noch einmal aufgewertet“, berichtet Frank Aedtner.

Skulptur muss bleiben

Er ist der Chef des Kuratoriums Stadtkultur. Schnell stand für ihn und seine Mitstreiter fest: Die Skulptur muss in Halberstadt bleiben. Doch aus eigener Tasche konnte der Verein die Kosten für das Kunstwerk nicht stemmen, und so entstand die Idee für eine Spendenaktion.

Mit Unterstützung der Halberstädter Tourismus-Info hat sich das Kuratorium dafür auf Neuland gewagt: Crowdfunding. „Diese Online-Sammlung war eine ganz neue Erfahrung für uns“, sagt Aedtner. Aber eine gute. In gerade einmal drei Wochen ist das Mindestspendenziel von 5000 Euro erreicht worden. Abzüglich der Gebühr, die an die Crowdfunding-Seite geht, sind zum Schluss 6685,77 Euro zusammengekommen.

Auf dem „herkömmlichen“ Spendenkonto des Kuratoriums sind noch einmal 5818,70 Euro eingegangen und in extra aufgestellten Spendenbüchsen wurden 173,70 Euro gesammelt. „Die Spendenbereitschaft der Halberstädter ist überwältigend“, betont Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) . Das belege, dass sich die Bemühungen der Verwaltung zugunsten von Halberstadts Image auszahlen. „Wir haben einen Zahn zugelegt bei der Vermarktung der Stadt. Das hat offensichtlich den Nerv der Halberstädter getroffen“, so der Stadt-Chef. Er lobt das Engagement der Bürger und ihren großen Einsatz für Kultur.

Enthüllung am 20. Oktober

Und der soll belohnt werden. Das Kuratorium schenkt die Feuerskulptur der Stadt. Die Figur wird ihren neuen Standort künftig vis-à-vis ihres Vorbilds, des Doms, haben und auf dem Vorhof des Städtisches Museums zu finden sein. Zur Eröffnung der Sonderausstellung „70-30-20 – Halberstadt zwischen Apokalypse und Euphorie“ am Sonnabend, 20. Oktober, soll sie stehen und enthüllt werden.

Bis es soweit ist, liegt noch eine Menge Arbeit vor den Organisatoren. „Jetzt ist die Finanzierung geklärt, jetzt fangen die Probleme an“, sagt Frank Aedtner und lacht. Wie er erläutert, müssen denkmalpflegerische Auflagen in Erfahrung gebracht und die Stromversorgung für die geplante integrierte Beleuchtung geklärt werden. Die Skulptur benötigt einen Sockel und sie soll eine Einhausung erhalten, um vor Witterung geschützt zu werden. „Immerhin haben wir eine gewisse Verantwortung gegenüber den Halberstädtern, dass die Skulptur lange geschützt bleibt“, so der Kuratoriums-Chef. Angesichts der Kosten, die für Unterstand und Co. noch fällig werden, sei man sehr dankbar dafür, dass die Spendensumme so hoch ausgefallen ist.

Dankbar ist auch Antje Gornig. Als neue Chefin des Städtischen Museums wird die Skulptur quasi in ihrem Vorgarten stehen. „Es ist spannend, die Stadt auf diese Art kennenzulernen“, sagt die Neuhalberstädterin. Die Spendenaktion sei identitätsstiftend, die Skulptur ein junges Stück Stadtgeschichte und deshalb sei es folgerichtig, dass sie am Museum stehen wird. „Wir planen eine Präsentation im Foyer zur Entstehung der Figur und der Spendenaktion“, kündigt Antje Gornig an.