Schlos Hessen

Spendenaktion des Karnevalclubs für Hessener Kulturscheune

Vor zwei Monaten startete der Hessener Carnevals-clubs HCC Rot-Gold einen Spendenaufruf für die Kulturscheune. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Von Vera Heinrich
Riesige Freude bei den Karnvalisten Rüdiger Heine, Olaf Keil und Georg Schwartze über die Spende von Jens Kiebjieß, die auch Schlossvereinsvorsitzender Klaus Bogoslaw teilt (v. l. n. r.).
Riesige Freude bei den Karnvalisten Rüdiger Heine, Olaf Keil und Georg Schwartze über die Spende von Jens Kiebjieß, die auch Schlossvereinsvorsitzender Klaus Bogoslaw teilt (v. l. n. r.). Foto: Vera Heinrich

Hessen - Mit Freude betrachten die Männer die neuesten Fortschritte an Hessens prominentester Baustelle. Das Dach der Kulturscheune ist endlich zu. Außen komplett eingerüstet, zeigt sich innen ein ähnliches Bild. „Der Trockenbauer zeiht gerade die Decke unter dem Dach ein“, erklärt Klaus Bogoslaw. Der Vorsitzende des Fördervereines Schloss Hessen ist mit den Vorstandsmitgliedern des Hessener Carnevalsclubs Olaf Keil, Georg Schwartze und Rüdiger Heine an diesem Juliabend nicht zum Bewundern ihrer Kulturscheune zusammengekommen.

Anlass ist der Besuch von Stadtratsmitglied Jens Kiebjieß aus Osterwieck. Der Bündnisgrüne hat einen großformatigen Papierscheck dabei. So einen, wie er gern symbolisch bei offiziellen Anlässen überreicht wird. Jens Kiebjieß möchte mit 500 Euro das Vorhaben der Hessener unterstützen. „Ich leiste gern meinen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt, von dem nicht nur der Ort, sondern die ganze Einheitsgemeinde etwas hat“, sagt er.

Aufwandsentschädigung des Stadtrates kommt Gemeinschaftsprojekt zugute

Der Vorsitzende der Fallstein-Fraktion im Osterwiecker Stadtrat spendet seit 2019 seine damit verbundenen Aufwandsentschädigungen. „Als ich in der Zeitung vom Spendenaufruf des Karnevalsvereins gelesen habe, wollte ich mich gern daran beteiligen. Auch wenn mein Beitrag nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, erzählt Jens Kiebjieß. „Aber viele Tropfen machen den Stein irgendwann nass“, bleibt HCC-Vorsitzender Olaf Keil im sprachlichen Bild und bedankt sich bei dem Osterwiecker sowie bei allen, die sich bisher mit mal kleineren, mal größeren Beträgen beteiligt haben.

Im Mai startete der Hessener Carnevalsclub seine Spendenaktion. „Wir ziehen ab der kommenden Session in die Kulturscheune. Allerdings benötigen wir in der neuen Spielstätte noch allerhand an Veranstaltungs- und Beleuchtungstechnik“, erläutert der Vereinschef. Am wichtigsten sei eine Traverse für die Beleuchtung mit Motor, Aufhängung und Zubehör. Die Kosten allein dafür liegen bei rund 20.000 Euro, schätzt er. Hinzukommen Licht- und Tontechnik wie Mikrofonanlage, Mischpult und Beleuchtungskörper mit Mischpult. „Außerdem fehlen uns noch die Bestuhlung und Tische“, teilt er mit.

Technik für Beleuchtung und Ton fehlen noch

Da kommt einiges zusammen angesichts dessen, dass die Kulturscheune für bis zu 200 Sitzplätze konzipiert wurde, wie Klaus Bogoslaw sagt. Die Finanzierung dafür sei nicht förderfähig. Dennoch seien die Anschaffungen für die Ausrichtung des Karnevals im Besonderen und kultureller Veranstaltungen im Allgemeinen notwendig.

Bisher sind etwa 6.800 Euro nach dem Aufruf der Karnevalisten zusammengekommen, informiert Olaf Keil. „Davon war ich wirklich positiv überrascht“, sagt der stellvertretende HCC-Vorsitzende Georg Schwartze. Die Bandbreite reiche fünf Euro bis zu 1000 Euro, die ortsansässige Betriebe gesponsert haben. Überwiegend aus Hessen und Veltheim kommen die Unterstützer. Aber auch ehemalige Hessener von außerhalb haben sich beteiligt.

„In Anbetracht der noch offenen Posten wünschen wir uns natürlich noch mehr Resonanz“, gibt Olaf Keil offen zu. Daher haben die Tänzerinnen der Prinzengarde kürzlich noch Handzettel in Rohrsheim, Veltheim und Osterode verteilt. Gerade aus diesen Dörfern kommen erfahrungsgemäß viele Gäste zu den Veranstaltungen nach Hessen, erzählt er. „Ich bin den Mädels wirklich dankbar, dass sie bei sengender Hitze mit den Flyern durch die Orte gezogen sind“, bedankt er sich für das Engagement.

Gesammelte Spenden reichen noch nicht aus

„Wir bauen hier kein neues Dorfgemeinschaftshaus, sondern eine Kulturscheune“, erläutert Klaus Bogoslaw. „Unser Hauptziel ist es, die Kultur zu fördern und die Räumlichkeiten kulturell zu nutzen.“ Der ortsansässige Karneval sei in dem Zusammenhang herzlich willkommen.

Der Vorsitzende des Schlossvereins ergänzt: „Wir müssen eine kulturelle Nutzung für die Fördermittelgeber nachweisen, die sich an den umfangreichen Baukosten beteiligen. Neben dem Karneval planen wir auch Konzerte, Theater und Ausstellungen.“

Kern der Kulturscheune sei die 3D-Projektionsanlage, die den Renaissancegarten als Großraumprojektion lebendig werden lasse. Das multimediale Erlebniscenter solle der Vorreiterrolle der höfischen Gartenkultur gerecht werden, die der Schlossgarten im 16. und 17. Jahrhundert innehatte, so Bogoslaw, der betont: „Wir verstehen uns in der Tradition dieser Kultur.“

Gelungenes Zusammenwirken der Vereine

Olaf Keil findet, dass der Karneval im Fallsteindorf von diesem historischen Pfund partizipiere. „Wir haben auch schon höfische Tänze von der Hessener Schloss- und Gartennacht in unsere Veranstaltungen übernommen. Das ergänzt sich gut.“

Genau dieses Zusammenwirken der Vereine, wie es sich gerade bei der bekannten Schloss- und Gartennacht zeige, sei notwendig, meint Klaus Bogoslaw. Er hofft, dass die Kulturscheune dieses Gemeinschaftsgefühl und Zusammenwirken noch stärke.