Halberstadt l Während bei den meisten die Planungen für die Weihnachtsgeschenke gerade erst starten, ist die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ schon beendet. Zumindest, was die Abgabe der Päckchen in der Halberstädter Annahmestelle, der Bahnhofsmission, angeht. Wie der Leiter der Institution, Constantin Schnee, berichtet, sind 229 Geschenke zusammengekommen.

Schnee hat die Geschenke bereits einmal darauf überprüft, ob ihre Inhalte den Bestimmungen des Organisators des christlichen Hilfswerks Samaritan‘s Purse, entsprechen. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Pakete in diesem Jahr „besonders liebevoll gepackt“ worden. „Außerdem sind sie sehr ausgewogen, was das Alter und das Geschlecht der Empfänger angeht“, fasst Schnee zusammen. Die Päckchen-Packer können selbst entscheiden, für wen sie die Gaben zusammenstellen: Mädchen oder Jungen, jeweils für die Altersstufen 2 bis 4, 5 bis 9, 10 bis 14 Jahre.

Nicht nur über die Päckchen selbst freut sich Schnee, sondern auch über rund 1000 Euro Geldspenden, die zusätzlich für die Aktion eingegangen sind. Denn normalerweise, so erläutert der Halberstädter, fallen zusätzlich zehn Euro pro Päckchen Transport-Kosten an. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission bestehen jedoch nicht darauf, dass die Packer diese zahlen. Aus gutem Grund. Wie Schnee schätzt, sind mehr als zwei Drittel der Packer selbst finanziell schlecht aufgestellt.

Private Spenden

Sach- und Geldspenden sind in diesem Jahr fast ausschließlich von Privatlleuten eingegangen. „Eine Kita aus dem Oberharz und eine Schule aus Halberstadt haben auch teilgenommen.“

229 Geschenke – das sind nur etwa halb so viele wie im Vorjahr. Woran liegt das? „Wir haben dieses Mal überhaupt keine Werbung für die Aktion gemacht und auch niemanden im Vorfeld angeschrieben. Dafür ist das ein gutes Ergebnis“, sagt der Bahnhosmissionsleiter. Auch auf Packpartys im Bahnhofsgebäude, die für Schulen und Firmen in den Vorjahren organisiert worden, wurde dieses Mal verzichtet. Geschuldet sei dies dem Personalnotstand in der Mission. Es sei schon schwierig genug, mit dem aktuell kleinem Team die alltäglichen Aufgaben erfüllen zu können, sagt Schnee. Im kommenden Jahr könnte das wieder anders aussehen. „Eine Rückkehrerin, die die Aktion sonst in einem anderen Bundesland begleitet hat, hat ihre Unterstützung zugesagt. Sie hat mir auch in diesem Jahr schon unter die Arme gegriffen“, berichtet Schnee.

Am Donnerstag, 28. November, übergibt er die Pakete an eine Spedition, die sie nach Berlin bringt. Dort werden sie in einer Weihnachtswerkstatt noch einmal kontrolliert, sortiert und gegebenenfalls aufgefüllt. Anschließend geht es für die Pakte in die Zielländer. Geschenke aus Deutschland werden dieses Mal in Georgien, Litauen, Lettland, Montenegro, Polen, Nordmazedonien, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und der Ukraine von christlichen Gemeinden an notleidende Kinder verteilt.

„Weihnachten im Schuhkarton“ gibt es seit 1993 und ist Teil der weltweit größten Geschenkaktion für Kinder in Not, „Operation Christmas Child“. Laut Organisation wurden im Vorjahr 10.623.776 Schuhkartons gepackt, 360.228 davon in Deutschland.