Halberstadt l Ein Sturm macht die Arbeit von Jahren zunichte. Anfang April wird das gerade erst sanierte Spiegelmausoleum zu Füßen der Spiegelsberge in Halberstadt von einem herabstürzenden Ast stark beschädigt. Auf etwa 20 000 Euro beläuft sich der Schaden. Versichert ist das historische Gebäude nicht. Seit Monaten engagieren sich die Mitglieder des Vereins Halberstädter Berge für die Instandsetzung des Denkmals. Sie sammeln Spenden. Bereits im Frühsommer können die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten beginnen.

Das Ergebnis der Sammlung kann sich sehen lassen, wie die Stadtverwaltung Halberstadt auf Volksstimme-Nachfrage informiert. „Bereits 12 122,29 Euro sind in den Wiederaufbau des Spiegelschen Mausoleums geflossen“, berichtet Rathaussprecherin Ute Huch. Damit konnten die Kuppel, die Treppe und die Umfassung einschließlich der Zaunsäulen mit Spenden über den Verein Halberstädter Berge repariert werden. Bis zum Parkfest sind weitere 2612,21 Euro für das Mausoleum eingeworben worden, die in die Wiederherstellung der noch fehlenden Abdecksteine der beschädigten Zaunsäulen fließen sollen.

Finanzierungslücke

Trotz der enormen Spendenbereitschaft von Bürgern und Unternehmen klafft eine Finanzierungslücke im Reparaturplan. „Für die komplette Wiederherstellung der zwei völlig zerstörten Abdecksteine fehlen noch 1800 Euro“, so Ute Huch. Für die Instandsetzung des schmiedeeisernen Zaunes liegt ein Kostenangebot in Höhe von 9996 Euro vor. Das Geld soll die Stadt Halberstadt zur Verfügung stellen. Zumindest hat die für den Landschaftspark Spiegelsberge zuständige Fachabteilung Stadtgrün/Sauberkeit die Summe im städtischen Haushalt für das Jahr 2016 angemeldet.

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Es engagieren sich aber auch Unternehmen aus der Region für die Sanierung des Mausoleums. Die Reparatur und Montage der zwei beschädigten Sandsteinvasen erfolgt kostenlos durch zwei Steinmetze aus Sargstedt. „Ebenfalls über Sponsoring wird die beschädigte Dachrinne durch eine ortsansässige Fachfirma repariert“, sagt Ute Huch.

Obwohl die Spendensammlung des Vereins Halberstädter Berge zum Parkfest abgeschlossen wurde, werden die Mitglieder das Projekt weiter unterstützen. Dazu gehört unter anderem, dass der Verein für die noch nicht realisierten Arbeiten einen Fördermittelantrag stellen will, um den städtischen Haushalt zu entlasten.

Die Mitglieder des Vereins Halberstädter Berge setzen sich nicht zum ersten Mal für das Ende des 18. Jahrhunderts von Ernst Ludwig Christoph Freiherr von Spiegel zum Desenberg als letzte Ruhestätte errichtete Denkmal ein. Sie haben für die Sanierung des Mausoleums schon einmal eine große und erfolgreiche Spendenaktion ins Leben gerufen. 14 000 Euro wurden in nur drei Jahren gesammelt. Erst Anfang Juli 2014 ist die Sanierung des Mausoleums beendet worden. Neun Monate später fällt der Ast auf das Grabmal.