Gläserner Mönch

Die Felsformation zwischen Halberstadt und Langenstein ist etwa 84 Millionen Jahre alt und erinnert an einen Mönch mit Kapuze. Gläsern leitet sich vermutlich vom Wort „glaren“ ab und bezieht sich auf das Glänzen der Felsen bei entsprechender Sonneneinstrahlung. Bereits zur Bronzezeit hat der Felsen die Fantasie der Menschen angeregt. Sie nutzten ihn als Kultstätte, wie archäologische Funde belegen. Seit dem 18. Juli 1934 ist der Gläserne Mönch ein Naturdenkmal. Der damalige Oberbürgermeister Halberstadts erließ eine Verordnung, die bis heute gültig ist.

Halberstadt l Barrieren sind da, um eingerissen zu werden. Die Halberstädter kennen da kein Pardon. Noch dazu, wenn es darum geht, ihre Stadt schöner und interessanter zu gestalten. Jüngstes Beispiel dafür ist der Gläserne Mönch. Für die Erneuerung der Treppenanlage zum Sandsteinplateau wurde Geld benötigt. Innerhalb kurzer Zeit spendeten Bürger, Firmen und Vereine die stolze Summe von 5800 Euro in Geld- und Sachwerten für den Bau einer neuen Treppe. 6200 Euro der insgesamt 12.000 Euro teuren Arbeiten hat die Stadt Halberstadt zur Verfügung gestellt, informiert Rathaussprecherin Ute Huch.

Atemberaubend schön ist der Blick vom Gläsernen Mönch in den Thekenbergen am südlichen Stadtrand Halberstadts. Ein Schatz, der viele Gäste aus nah und fern anzieht. Die Aussichtsplattform auf dem markanten Sandsteinfelsen bietet in etwa 180 Metern Höhe einen unverwechselbaren Blick auf das beeindruckende Harzvorland. Ein Erlebnis, auf das Wanderer lange verzichten mussten, weil sich die Treppenanlage in einem desolaten und damit für Ausflügler gefährlichen Zustand befand. Der Zahn der Zeit hatte deutliche Spuren hinterlassen. Es gab aber auch Vandalismusschäden. Seit Kurzem kann der Felsen wieder hinauf bis zur Plattform bestiegen werden.

In den Startlöchern

Seit Anfang November 2017 hat Tischlermeister Lars Pahl-Lundgreen in den Startlöchern gestanden. In der Werkstatt des Benzingeröders wartete die neue Treppenanlage für den Gläsernen Mönch darauf, montiert zu werden. Eine stabile Konstruktion aus widerstandsfähigen Lärchenholz, die Wind und Wetter in fast 200 Metern Höhe gut weg­stecken kann. Seine Arbeitsleistung hat Lars Pahl-Lundgreen gespendet. „Wir sind doch alle Harzer. Und die müssen zusammenhalten“, so der Benzingeröder zu seiner Motiva­tion.

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Mehrmals musste wegen widriger Wetterverhältnisse in den zurückliegenden Monaten der Termin zur Montage der neuen Treppen verschoben werden. Mitte März war es soweit. In schweißtreibender Arbeit konnte die immerhin 1,9 Tonnen schwere Konstruktion über die Fuchsklippe auf den Sandstandfelsen geschleppt werden, berichtet Thomas Wald, Abteilungsleiter Stadtgrün der Stadt Halberstadt.

Felix Kästner, der in Klein Quenstedt eine Metallbau-Firma unterhält, und sein Mitarbeiter Stefan Reuter haben am gestrigen Mittwoch die letzten Arbeiten zur Reparatur des Handlaufs ausgeführt. Außerdem haben beide neue Knäufe montiert, die der Verein Halberstädter Berge im Wert von 370 Euro gespendet hat.

Tafel mit Spendernamen

Eine besondere Freude war es für Felix Kästner zum Abschluss der Arbeiten, direkt auf dem Plateau, eine Metalltafel mit den eingravierten 24 Spendernamen zu installieren. Für den Handwerker, der unter Höhenangst leidet, eine ­Herausforderung, die er sich gern stellte. Zumal auch sein Name auf der Tafel zu lesen ist. „Schätze wie der Gläserne Mönch müssen erhalten werden. Für mich selbstverständlich, dass ich mich dafür engagiere“, so der Schlosser.