Osterwieck (mhe) l Die Aktion war lange vorbereitet worden, gestern lief sie richtig an: Der Fußballplatz auf dem Osterwiecker Anger wird wieder hergerichtet.

Ein ums andere Mal rollte der Lkw an, um ein Gemisch aus Erde und Sand auf der Wiese abzukippen. Bis zum Nachmittag waren es 400 Tonnen. Eine Menge, die sich riesig anhört, sich aber auf dem Fußballfeld verliert. Mehrere Radlader und ein Traktor mit Egge standen bereit, um die Erde auszubreiten.

Seit dem heißen und trockenen Sommer 2018 hat der Sportverein Eintracht Osterwieck ein Problem. Der Fußballrasen auf dem Anger ist teils abgesackt, Löcher sind entstanden. Vereinsfußball ist seitdem hier nicht mehr möglich. Dabei sind in Osterwieck 200 Fußballer in elf Mannschaften aktiv. Die Eintracht-Kicker mussten auf die Nachbarorte Schauen und Berßel ausweichen. Was vor allem für den Nachwuchsbereich mit sieben Teams eine Belastung ist, um die Kinder dorthin zu chauffieren.

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Corona-Pause wird für die Arbeiten genutzt

Die Akteure des Sportvereins haben lange überlegt, wie man den Platz wieder bespielbar machen könnte. Selbst wenn zuletzt im Zusammenhang mit einem Teilverkauf des Angers an Netto von einem Kunstrasenplatz die Rede war, wäre auch das keine kurzfristige Lösung gewesen. Denn in der neuen Saison möchten die Kicker wieder auf dem Anger spielen.

„Wir möchten jetzt die Corona-Zeit nutzen“, sagte Vereinsvorstandsmitglied Malte Theuerkauf. Er zeigte auf einige Löcher im Boden. Die Verletzungsgefahr durch Umknicken sei groß. Einige Male sei das auch geschehen. „Und es wäre schön, wenn der Ball wieder geradeaus läuft“, sagte er.

Unterstützung bekommen die Kicker von Frank Witschel. Er ist Landwirt und hat seine Scheune gleich gegenüber. Das jetzige Sanierungskonzept hat er mitentwickelt. Wenngleich er einräumt: „Wir haben so etwas auch noch nicht gemacht.“

Gestern brachte Witschel Traktor und Teleskoplader samt Fahrer mit zur Baustelle. Ohne dass es den Verein etwas kostet. Im Vorfeld hatte Frank Witschel den Platz schon vermessen – und stellte im Ergebnis eine Höhendifferenz von bis zu einem halben Meter fest. Allerdings auch schon aAters her. Den Platz ideal einzu- ebnen, konnte somit nicht das Ziel sein, nur, die gefährlichen Fehlstellen zu beseitigen.

Gemisch aus Erde und Sand

Vorige Woche fuhr daher schon mal eine Egge drüber, um den Boden aufzurauhen. Loses Gras wurde danach aufgenommen. Gestern nun folgten Erde und Sand aus der Deersheimer Kiesgrube, was die Firma Landboden speziell angemischt hat.

Den Verantwortlichen des Sportvereins gelang es, von mehreren Firmen und Bauern Unterstützung zu erhalten. Landhandel und Dienste übernahmen die Transporte. Landwirt Jan Schütt aus Badersleben kam vorbei und löste zwischendurch seine Berufskollegen ab.

Nach dem Ausbreiten der Erde per Radlader glättete der Traktor mit der Egge die Fläche. Ziel war es dabei, nur zwei bis drei Zentimeter aufzutragen, so dass in dem Zuge die Löcher geschlossen werden.

Schon gestern Nachmittag, früher als gedacht, war die Erde ausgebreitet. Heute kommt ein Landwirt aus Wennerode. Er hat sich bereiterklärt, die Rasensaat mit einer Drillmaschine einzubringen. Davor und danach soll der Platz gewalzt werden – um dann zu ruhen.

Damit die Saat aufgeht, wird er regelmäßig gewässert werden müssen. Eine Aufgabe, die von den Vereinsmitgliedern einiges an Zeit erfordern wird. Natürlich muss der neue Rasen abgesperrt werden, damit auf dieser sonst öffentlichen Fläche niemand darüber läuft oder fährt.

Malte Theuerkauf hofft, dass zum September oder Oktober hier wieder Fußball gespielt werden kann. Ist dieser Platz doch der einzige mit Flutlicht, der Training draußen in der dunklen Jahreszeit ermöglicht.