Halberstadt l Ein Sorgenkind ist seit Jahrzehnten der Breite Weg im Herzen Halberstadts. Das Problem: Die Geschäfts- und Fußgängermeile präsentiert sich meist wie ausgestorben. Halberstädter und Gäste der Stadt nehmen diesen Teil des Stadtzentrums einfach nicht an beziehungsweise wahr. Trotz einiger Belebungsversuche, unter anderem mit der Pflanzaktion Kräuterbeete, und der Ansiedlung von Geschäften, ist der große Wurf noch nicht gelungen. Den plant die Stadt Halberstadt jetzt. In den Jahren 2021 und 2022 soll der Breite Weg zwischen Fischmarkt und Weingarten umgestaltet werden. Darüber informierte die Stadtverwaltung Halberstadt am gestrigen Donnerstagabend die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, die der Informationsvorlage unisono zustimmten.

Über eine Million Euro teurer

Mit Kleckern ist jetzt Schluss, wie man dem vorliegenden Grundsatzbeschluss entnehmen kann. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) wird noch von einer Investion in Höhe von 1,05 Millionen Euro ausgegangen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben diese Summe mittlerweile nach oben korrigiert.

„Um eine sichere Grundlage zu schaffen“, heißt es im Beschluss. Derzeit wird von 1,2 Millionen Euro ausgegangen, um das Projekt umsetzen zu können. Der Plan: 700 000 Euro will die Kreisstadt über Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau/Aufwertung beantragen und 350 000 Euro an Eigenmitteln beisteuern.

Mehr Geld für Planung

Bislang steht allerdings in den Sternen, ob die Stadt Halberstadt die erhoffte Förderung überhaupt erhält. Im Papier heißt es dazu: „Nach jetzigem Kenntnisstand haben innerstädtische Projekte, die auf Grundlage einer breiten Öffentlichkeitsarbeit entstehen und dem demografischen Wandel und dem Klimaschutz Rechnung tragen, gute Chancen.“

10 000 Euro sind bisher für eine Studie beziehungsweise einen Vorentwurf vorgesehen. Nun geht man im Rathaus davon aus, dass diese Summe nicht ausreicht. Konsultationen mit Experten für Zentrenentwicklung hätten gezeigt, dass diese Summe zu gering ist, argumentiert die Stadtverwaltung. Daher wird von Kosten in Höhe von 70 000 Euro ausgegangen. Bereits Anfang 2018 soll mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen werden. Der konkrete Planungsprozess soll im November 2019 beginnen.

Bürger beteiligen

Im Grundsatzbeschluss wird gefordert, dass im Vorfeld mit Handels- und Wirtschaftsexperten, Gestaltern, Technikern, Rechts- und Finanzbearbeitern auf Grundlage einer sorgfältigen Analyse gemeinsam mit Betroffenen – Eigentümern, Nutzern, Händlern/Dienstleistern, Kulturschaffenden, interessierten Bürgern und Stadtrat – Zielvorstellungen zu erarbeiten sind.