Badeanstalt Aderstedt ist bereit

Startschuss könnte am Wochenende erfolgen

Gute Nachrichten kommen aus der Badeanstalt Aderstedt. Hier hat sich in diesem Jahr eine starke Mannschaft gefunden, die gemeinsam die Saison vorbereitet hat. Auch die neue Umwälzpumpe läuft. Nun aber warten alle, dass es endlich losgeht.

Von Ramona Adelsberger
Das Becken der Badeanstalt Aderstedt läuft voll. Siegfried Dobrowsky,   Andreas Klemz und Steffen Wolf (von links) bringen die Reinigungspumpe in Gang, mit der das Becken während der Saison täglich morgens  gereinigt wird.
Das Becken der Badeanstalt Aderstedt läuft voll. Siegfried Dobrowsky, Andreas Klemz und Steffen Wolf (von links) bringen die Reinigungspumpe in Gang, mit der das Becken während der Saison täglich morgens gereinigt wird. Foto: Ramona Adelsberger

Aderstedt - Die Frage nach der derzeitigen Wassertemperatur beantwortet Steffen Wolf mit der vielsagenden und bekannten Geste, die nur sehr wenig Platz zwischen Daumen und Zeigefinger lässt. Denn das Becken in der Badeanstalt Aderstedt läuft gerade voll und ist daher noch recht kühl. Damit sind die Mitglieder des Fördervereins der Badeanstalt nun quasi in Vorleistung gegangen, weil ab jetzt jeder Tag Geld kostet. Weil aber der Badebetrieb derzeit, coronabedingt, noch nicht starten darf, bedeutet jeder Tag, an dem der Verein keine Einnahmen erzielt, ein dickes Minus auf dem Konto.

„Wir haben gut gearbeitet und sind bereit“, erklärt Jens Klaus, der Vorsitzende des Fördervereins und schaut recht zufrieden in das Rund des Freibades. Das Gelände ist gepflegt und die Zahl der Helfer, die an diesem Sonnabendmorgen zum Arbeitseinsatz gekommen sind, übersteigt wieder einmal sogar die Zahl der Finger an beiden Händen. Das war nicht immer so, in den Vorjahren hatten immer nur wenige Enthusiasten regelmäßig gearbeitet. Doch in diesem Jahr scheint ein regelrechter Ruck durch die Vereinsmitglieder und Sympathisanten gegangen zu sein, denn der Ruf nach Unterstützung wurde vielfach gehört, hauptsächlich sogar in den benachbarten Orten. Sogar aus Schwanebeck kommen Helfer regelmäßig.

Inzidenz unter 35 ist das Maß aller Dinge

Doch was nützen das schönste Freibad und tolles Wetter, wenn es nicht geöffnet werden darf. „Wie gern würden wir ins Wasser springen und auch die Kinder fragen immer wieder nach“, so der Chef. Gespannt blicken die Mitglieder des Fördervereins daher zur Zeit auf den Harzkreis und die von dort gemeldeten Corona-Zahlen. Denn erst wenn die Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter 35 sinkt – und das fünf Tage hintereinander – macht es in ihren Augen Sinn, das Bad zu öffnen. Zwar dürfte theoretisch bereits bei einer Inzidenz unter 50 das Freibad öffnen, dann allerdings mit einem so großen Aufwand, den die Vereinsmitglieder, die das Bad komplett ehrenamtlich betreiben, nicht umsetzen könnten. Dann würde zum Beispiel jeder Badegast am Eingang nachweisen müssen, geimpft, negativ getestet oder genesen zu sein. Kontrollieren müssten das die Vereinsmitglieder. Auch die gesamte Dokumentation läge bei den Freiwilligen.

Vor dem Baden zum Testen ist keine Option

Darüber wird in der Gruppe der Helfer bei diesem Arbeitseinsatz heftig diskutiert. „Wer soll das leisten“, ist zu hören. Andererseits wird aber auch befürchtet, dass, bei einem solchen Aufwand ohnehin die Badegäste ausbleiben. „Soll ich erst nach Halberstadt oder Badersleben fahren, um mich testen zu lassen, bevor ich ins Wasser springen darf“, fragt Steffen Wolf. Da vergehe nicht nur ihm die Lust. Zwar gibt es auch bei der Inzidenz von unter 35 noch einige Beschränkungen die im Hygienekonzept der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) für die Badeanstalt eindeutig festgelegt sind. „Diese Regeln mit Maskenpflicht im Innenbereich und grundsätzlichen Abständen haben bereits im Vorjahr gut funktioniert“, so Klaus.

Neue Pumpe wurde von der Gemeinde bezahlt

Dass der Badebetrieb in Aderstedt diesem Jahr aber überhaupt starten wird, ist für die Mitglieder des Fördervereins keineswegs selbstverständlich. Denn, noch vor wenigen Wochen sah es anders aus: Die Umwälzpumpe, das Herzstück des Freibades, hatte nach über 30 Jahren ihren Geist aufgegeben und konnte auch nicht mehr repariert werden. Sofort, nachdem die Misere bekannt wurde, brach eine Welle der Hilfsbereitschaft los und Spenden haben den Verein erreicht. „Das hat uns sehr berührt“, sagt Klaus. Letztendlich hat die Gemeinde Huy die Kosten für die Beschaffung der neuen Pumpe übernommen. „Das wiederum hat uns überrascht und wir sind der Gemeinde sehr dankbar für die Hilfe.“ Mit den eingegangenen Spenden konnte die neue Pumpe an die Anschlüsse des alte Systems angepasst werden.

Helfer bei der Eintrittskassierung gesucht

Nun hoffen alle auf weiter sinkende Infektionszahlen im Harzkreis und auf den Startschuss, der dann letztendlich durch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fallen soll. Und diese Hoffnung ist berechtigt, weil die Zahlen mittlerweile vier Tage in Folge immer weiter sinken. „Wir orientieren nun auf Sonnabend, 12. Juni“, so Freibadchef. Das Team der Freiwilligen stehe bereit. In diesem Zusammenhang wiederholt Jens Klaus die dringende Bitte des Fördervereins nach Unterstützung bei der Kassierung. Wer Zeit hat und helfen möchte, meldet sich bitte unter der Telefonnummer (03 94 28) 218.