Aderstedt/Dedeleben l Die Nachricht von der Ankunft eines weiteren Storches in Aderstedt hat sich wie ein Lauffeuer in der Region verbreitet und Interessierte angelockt, darunter Ronny Grundmann aus Pabstorf. Er hat sich allerdings nicht mit der bloßen Meldung zufrieden gegeben, sondern wollte es genau wissen.

Ausgerüstet mit einem gewaltigen Teleobjektiv hat Ronny Grundmann Geduld bewiesen, bis er die Nummer auf dem Ring am Storchenbein des Neuankömmlings erkennen konnte. Als Ergebnis kann Grundmann nun mit Überraschungen und gleich zwei Happy-Ends aufwarten.

Zurück zum Ex

„Es handelt sich eindeutig um die junge Störchin vom Vorjahr, die ich vor einigen Tagen noch im Nest von Dedeleben beobachtet und identifiziert habe.“ Dort sei sie bereits mit dem in Dedeleben angestammten Storch beim Paarungsakt beobachtet worden. Nun ist die Dame wieder bei ihrem Partner aus dem vergangen Jahr, der mittlerweile in Aderstedt angekommen war.

Bilder

Die Befürchtung von Ronny Grundmann, dass nun das Männchen in Dedeleben einsam und verlassen im Nest sitzen könnte, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Zu seiner großen Überraschung sah Grundmann, der sofort nach Dedeleben weitergefahren war, den dortigen Storch sehr vertraut mit einer Partnerin „schnäbeln“.

"Totgeglaubte" kehrt zurück

Auch dieses Weibchen konnte der Naturfreund fotografieren und anhand der Ringnummer als das „Totgeglaubte“ aus dem Vorjahr identifizieren. „Nur zu gern gebe ich zu, dass ich einem Irrtum aufgesessen bin“, sagt der Pabstorfer erfreut. Von ihm stammte die Information, dass das Dedelebener Weibchen den Winter nicht überlebt hätte.

Grundmann vermutet, dass die Dedelebener Störchin nach ihrer Ankunft die „Neue“ vertrieben haben könnte und diese reumütig nach Aderstedt zurückgekehrt sei. „Auf jeden Fall können wir als erfreuliches Fazit berichten, dass sich die Paare vom Vorjahr in Aderstedt und Dedeleben wieder gefunden haben.“ Seine neuen Erkenntnisse über die Störche teilt Ronny Grundmann stets sofort mit dem Storchenbeauftragten Georg Fiedler.

Interessiert hat Ortsbürgermeister Maik Berger (SPD) die Ankunft der Störche und die Identifizierung durch Ronny Grundmann verfolgt. Im vergangenen Jahr hatte es noch nicht mit dem Nachwuchs im Aderstedter Nest geklappt, weil das Weibchen zu jung war. Daher hoffen die Aderstedter nun auf ein Neues.

Namenssuche auf Facebook

Auch die drei im Vorjahr in Dedeleben aufgezogenen Jungstörche werden demnächst in der Region eintreffen, sagt Ronny Grundmann. Wo genau sie sich niederlassen werden, sei offen. Allerdings sei es schwierig, diese zu identifizieren, weil sie nicht beringt worden sind. Dazu wird immer ein Hubsteiger benötigt.

„Wenn wir in diesem Jahr Nachwuchs bekommen, werde ich einen Hubsteiger besorgen“, verspricht Maik Berger. Er wünsche sich, dass die Aderstedter Altstörche Namen bekommen und hat dazu einen Aufruf bei Facebook gestartet.