Thale l Gut 5000 Menschen besuchen jährlich das Kloster Wendhusen. Künftig dürften es deutlich mehr werden. Das mit knapp 1200 Jahren älteste Kloster des Landes Sachsen-Anhalt ist in „einen illustren Kreis“ aufgenommen worden, wie Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) am Mittwoch sagte. Mit dem Gütesiegel „Straße der Romanik“ verbindet sich indes nicht nur die Hoffnung auf mehr Touristen, sondern auch auf Fördermittel. Nun stünden Fördermöglichkeiten offen, die es bislang nicht gegeben habe, sagte Balcerowski.

„Die Anerkennung war überfällig“, sagte Heinz A. Behrens. Der Vorsitzende der Nordharzer Altertumsgesellschaft hat mit seinen Mitstreitern einen wesentliche Anteil daran, dass das Land das Kloster nun in die Liste aufgenommen hat. Sie haben viel Zeit und Arbeit in die Erforschung der Klosteranlage, in die Restaurierung und vor allem in die touristische Erschließung der Anlage investiert.

Das Fehlen eben jener touristischen Qualität war auch der Grund dafür, dass das Kloster nicht schon vor Jahren in die Straße der Romanik aufgenommen wurde. Die Anlage, die zu DDR-Zeiten von einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) genutzt wurde, musste erst umfassend saniert und wieder für Besucher nutzbar gemacht werden. „Sie hat jahrelang ein Schattendasein gefristet“, sagte Behrens. „Um das zu ändern, braucht es Jahrzehnte.“