Thale l Es gibt Tage, da steigt Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) von seiner bequemen Dienstdrosche mit den vier Ringen und der Typbezeichnung A 8 schon mal auf ein dezent motorisiertes Cabrio um. Am gestrigen Montag war ein solcher Moment: Um den neuen Kreisverkehr am Schnittpunkt der Landesstraßen 240 und 92 in Thale-Nord zünftig einzuweihen, reichte Webel das weinrot lackierte Trabant-Cabrio mit satten 26 Zweitakt-Pferdestärken. Damit drehte der CDU-Politiker auf Einladung von Frank Müller, dem Chef des Thalenser DDR-Museums, die erste Ehrenrunde auf dem glatten Asphalt und räucherte die Ehrengäste ein bisschen mit der unverkennbaren Wolke aus „Zweitakt-Duft“ ein.

Ein perfektes Asphaltband

Das aber war schon alles, was an „DDR-Straßenromantik“ erinnerte, als besagte Zweitakter über oftmals miserable Landesstraßen hoppelten. Die L 240 präsentiert sich schon seit einigen Monaten als frisch saniertes und perfektes Asphaltband. Nun war Webel höchstselbst in den Harz gekommen, um den neuen Kreisverkehr in Thale-Nord einzuweihen.

Damit endete zugleich der dritte und letzte Abschnitt der grundhaften Sanierung der L 240. Seit Herbst 2012 war die L 240 zwischen dem Kreisel bei Westerhausen und der neuen Ortsanbindung in Thale-Nord in drei Abschnitten erneuert worden. Alles in allem investierte das Land nach Webels Worten rund zwölf Millionen Euro.

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Neue Kreisel und entschärfte Kurve

Mit diesen Mitteln ist die sieben Kilometer lange Verbindung zwischen der Anschlussstelle Westerhausen der künftigen Nordharz-Autobahn 36 (aktuell B 6) und Thale nicht nur fahrbahnseitig erneuert worden. Zugleich wurde eine gefährliche Kurve in ihrer Linienführung entschärft. Zudem entstanden in Warnstedt und Thale-Nord zwei gänzlich neue Kreisverkehre.

Im jetzt fertig gestellten dritten und letzten Bauabschnitt wurden die abschließenden Arbeiten an der L 240 beendet, die L 92 in der Ortslage Thale bis zum Kahlenberg grundhaft ausgebaut sowie in Richtung Timmenrode auf 130 Metern erneuert. „Ferner“, so Webel bei der Freigabe, „sind in Richtung Timmenrode auf weiteren gut 300 Metern die Winterschäden an der Fahrbahndecke beseitigt worden“.

Letzten Abschnitt vorfristig beendet

„Dank guten Wetters und optimaler Abstimmung der am Projekt beteiligten Partner konnten die auf 14 Monate angelegten Arbeiten gut einen Monat vorfristig beendet werden“, betonte der CDU-Politiker. Alles in allem seien im dritten Bauabschnitt drei Millionen Euro investiert worden.

Für Webel markierte die offizielle Freigabe weit mehr als eine schlichte Straßenübergabe. Quasi wenige Stunden nach dem endgültigen Bescheid aus dem Bundes-Verkehrsministerium, wonach die B 6 nun zwischen Bernburg (A 14) und Braunschweig zur A 36 aufgestuft wird, „liefert“ Sachsen-Anhalt einen weiteren Autobahn-Zubringer in Top-Qualität.

Weitere Anbindung grundhaft saniert

Erst vor wenigen Monaten war die L 75 zwischen Ballenstedt und Hoym grundhaft saniert worden. Mit dieser Strecke wird die Ostharzregion (darunter die Orte Ballenstedt, Meisdorf, Alexisbad und Harzgerode) in Hoym an die künftige A 36 angebunden. Auch hier war eine gefährliche Kurve mittels Trassenverlegung entschärft worden.

Der L 75 soll perspektivisch einmal eine größere Bedeutung zukommen. Aufgrund ihrer Anbindungsfunktion an die B 6/A 36 soll sie nach der Aufstufung der B 6 umgewidmet und zur Bundesstraße 185 aufgestuft werden.