Halberstadt l Es ist wohl die spezielle Mischung aus leichter, fröhlicher klassischer Musik und dem unnachahmlichen Flair des Tiergartens in Halberstadts Spiegelsbergen, was den Reiz dieses Konzertes ausmacht. Berufsmusiker Seite an Seite mit den liebenswerten tierischen Bewohnern des Tiergartens zu erleben, das ist kein alltäglicher Event.

Musikdirektor Johannes Rieger am Dirigentenpult hatte mit Bedacht ein „tierisches“ Programm ausgewählt, das dem besonderen Ambiente Rechnung trug, und das er, wie gewohnt charmant, moderierte. Die großen wie kleinen Zuhörer, unter ihnen auch Kinder und Enkel von Künstlern des Theaters, erlebten ein Konzert, bei dem die Orchestermitglieder vielstimmige Unterstützung von ihren Gastgebern im Tiergarten erhielten.

Esel laufen zu Hochform auf

Und das Bemerkenswerte daran ist, dass die mitwirkenden Künstler in der Obhut der Brüder Bussenius von Jahr zu Jahr wechseln. Neben „Altstars“ wie dem Gelbhaubenkakadu „Apollo“ oder den Aras „Lara“ und „Amadeus“ (schon der Name allein verpflichtet) präsentierten sich beim sechsten Konzert vor allem die Esel als recht stimmgewaltige „Boygroup“. Verlass war wie in jedem Jahr auf den stets präsenten vielstimmigen Hintergrundchor in den Baumkronen. Newcomer 2015 war ein Hahn, der pünktlich in den „Hahnentanz“ aus der Oper „Maskerade“ von Carl Nielsen einstimmte.

Bilder

Ein besonderes musikalisches Erlebnis war der berühmte „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns mit Johannes Rieger und Florian Kießling an den E-Pianos. Die „große zoologische Fantasie“ von „dem mit den Tieren“ (Saint-Saëns) verzauberte nicht nur die zweibeinigen Zuhörer.

Dass im Rahmen der musikalischen Porträts auch Pianisten als Tiere vorkommen, erschien beim Tiergartenkonzert einleuchtend. Denn nicht nur die Tiere des Halberstädter Tiergartens locken viele Besucher an, auch die Musiker des Nordharzer Städtebundtheaters verstehen es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

So erlebten weit über 1000 Zuschauer die Open Airs im Tiergarten und am Donnerstag „Halberstadt goes Hollywood“ im Friedensstadion. „Das ist eine sehr gute Sache für das Nordharzer Städtebundtheater“, sagte Intendant und Musikdirektor Johannes Rieger am Rande des Konzertes.

Alpaka-Fohlen braucht einen Namen

Eine attraktive nicht-musikalische Überraschung hatte Michael Bussenius für das Publikum in der Konzertpause bereit: die Vorstellung des bis zu seiner Taufe am 23. August noch namenlosen Alpakahengst-Fohlens. Der Star der Herzen erhielt an diesem Abend einen vorläufigen Namen: „Bolle“ nannten ihn die Zuschauer, denn Bedingung ist, dass der Name mit „B“ beginnt.

Die Leser der Volksstimme sind eingeladen, passende Namen vorzuschlagen. „Für den Gewinner-Vorschlag gibt es eine Jahresfreikarte für den Tiergarten und der oder die Gewinnerin darf das Alpaka-Hengstfohlen selbst taufen“, sagte Michael Bussenius.

Mit dem Versprechen auf das siebte Tiergartenkonzert im kommenden Jahr verabschiedeten sich Intendant Johannes Rieger und Michael Bussenius, der stellvertretende Tiergartenleiter, von ihrem begeisterten Publikum, nicht ohne auf nächstfolgende Veranstaltungen hinzuweisen: „Die italienische Nacht“ am 14. August im Burchardikloster Halberstadt und das 35. Tiergartenfest am 23. August, an dem zugleich der 55. Geburtstag des Tiergartens gefeiert wird. Zu erleben sind dann wieder alle tierischen „Stars“ der beliebten Einrichtung.