Halberstadt l Treibt ein Katzenhasser in Halberstadt sein Unwesen? Eine Tierhalterin hält das für sehr wahrscheinlich. „Mein Kater ist vergiftet worden“, berichtet die Frau, die zum Schutz ihrer Familie anonym bleiben möchte. Mit ihrer Geschichte will sie dennoch jetzt an die Öffentlichkeit gehen, „damit Anderen das erspart bleibt“, wie sie sagt.

Am Freitagabend kam Miau-Miau – „den Namen hat er bekommen, weil er ständig ‚geredet‘ hat“ – von einem seiner Streifzüge nach Hause. „Er war Freigänger, aber er hatte ein festes Revier im Bereich Spiegelstraße/Theater“, berichtetet die Besitzerin. Schnell habe die Familie gemerkt, dass das vierjährige Tier sich anders verhält als sonst. Schlapp sei der Kater gewesen, wollte nicht fressen, die Pupillen seien stark geweitet gewesen. „Er ist zum Sterben nach Hause gekommen“, sagt die Halberstädterin mit brüchiger Stimme. Sie habe beim Tierarzt angerufen, doch dieser sei nicht mehr im Dienst gewesen.

Zustand verschlechterte sich

Also versuchte sie dem getigerten Kater selbst zu helfen, ihm mit einer Spritze Wasser einzuflößen, habe ihm sein Lieblingsessen hingestellt. Doch der Zustand des Tiers habe sich zusehends verschlimmert. Er habe die Hinterbeine nicht mehr bewegen können, urinierte unkontrolliert. „Er hat richtig vor Schmerzen geschrien.“ In er Nacht starb Miau-Miau.

Die Trauer in der Familie, besonders bei den Kindern, sei groß. „Er war so anhänglich, wie ein Hund, ist er mir überallhin gefolgt“, berichtet die Tierhalterin. Zu ihrer Trauer mischt sich auch Wut auf den Täter. „Warum tut jemand so was?“, fragt sie.

Bestürzung

Auch beim Halberstädter Tierschutzverein sorgt die Nachricht vom vergifteten Kater für Bestürzung. „Ich bin sprachlos“, sag die Leiterin Waltraud Hammer. „Hoffen wir, dass es sich um einen Einzelfall handelt.“

Aus der jüngeren Vergangenheit sei ihr nicht bekannt, dass im Stadtgebiet Halberstadt Giftköder ausgelegt wurden. „Vielleicht“, so hofft die Tierschützerin, „war es keine Absicht und der Kater hat eine vergiftete Maus oder Ähnliches gefressen.“ Da der Kater nach seinem Tod nicht noch einmal ärztlich untersucht wurde, könne über die Todesursache nur spekuliert werden.

Derzeit keine Meldungen

Auch die Polizei warnt davor, ohne handfeste Beweise Panik unter Tierhaltern zu schüren. Wie Polizeihauptkommissar Uwe Becker auf Nachfrage der Volksstimme informiert, seien in Halberstadt aktuell keine vergifteten Katzen gemeldet worden.

Sollte so ein Fall angezeigt werden, handele es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Laut Paragraph 17 des Landesgesetzes muss, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen, erläutert Becker.

Einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gehen Polizei und Staatsanwaltschaft aktuell in Harsleben nach. Es steht der Vorwurf im Raum, dass ein Mann eine Katze in einem Karpfenteich ertränkt haben soll.