Halberstadt l Tierfreunde schlugen mehrmals Alarm, dass Unbekannte in Halberstadt Giftköder für Hunde ausgelegt haben. Die Warnung ist im Internet bei Facebook gepostet worden.

Landkarte erstellt

In der Halberstadt-Gruppe des sozialen Netzwerkes hieß es: „Hundebesitzer Achtung! In diesem Bereich sind ­Giftköder! Im aktuellen Fall war er im Bereich eines Laubhaufens versteckt.“ Der User stellte dazu eine Karte, wo der ­Giftköder gefunden worden sei. Danach sei das im Bereich zwischen der ­Erich-Weinert-Straße und Friedrich-Ebert-Straße in ­Halberstadt der Fall gewesen. Dort stehen vier der sogenannten Punkthäuser (Plattenbauten) aus den 1980er Jahren, die von einer Grün­fläche umgeben sind.

Einige Tage später meldet der User erneut einen Fund, verbunden mit einer Warnung an Hundebesitzer. Diesmal in der Grünanlage am Lindenweg. Dort sei eine mit Nägeln gespickte Wurst aufgetaucht. Ein Foto vom Giftköder ist ebenfalls zu sehen.

Keine Reaktionen

Auf mehrere Kontakt-Anfragen der Volks­stimme reagiert der Facebook-User nicht. Auch nicht die Nutzer, die einen Kommentar dazu gepostet haben, dass sie ebenfalls Giftköder in den genannten Arealen gesehen haben wollen. Handelt es sich also bei den Warnungen um sogenannte Fake-News, also manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten?

Beim Tierschutzverein Halberstadt sind zumindest keine Giftköder-Funde in Halberstadt bekannt. „Ich kenne keine aus der jüngsten Zeit. Es gab dazu auch nicht eine Mitteilung im Büro des Tierschutzvereins oder telefonische Hinweise an die Vereinsvorstände“, informiert Waltraud Hammer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Halberstadt.

Tierärzte kennen keine Fälle

Meldungen über Giftfunde beziehungsweise über verletzte Tiere sind auch in der Tierarztpraxis von Dr. Jörg Deicke nicht bekannt. „Uns ist nichts zu Ohren gekommen. Vor etwa eineinhalb Jahren hatten wir einen Patienten, der mit Rasierklingenstücken präpariertes Futter gefressen hatte. Seitdem ist in unserer Praxis nichts mehr vorgekommen“, berichtet Madeleine Kruse, Mitarbeiterin der Tierarztpraxis.

Auch in der zweiten großen Tierarztpraxis in Halberstadt, der von Katrin und Martin Schlör, ist nichts über ­Giftköderfunde oder verletzte Vierbeiner in der Kreisstadt bekannt, sagt Mitarbeiterin Ines Müller.

Bislang keine Anzeigen

Die Polizei kann die Funde in Halberstadt ebenfalls nicht bestätigen. „Bei uns ist in jüngster Zeit keine Anzeige zum Fund von Giftködern eingegangen“, berichtet Bettina Moosbauer, Sprecherin des Polizeireviers Harz in Halberstadt. Sie bittet darum, wenn Giftköder gefunden werden, unbedingt Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. „Schließlich sind nicht nur Tiere gefährdet. Spielende Kinder könnten sich verletzen“, warnt Bettina Moosbauer.

Um Anzeige zu erstatten, müssen die Bürger noch nicht einmal persönlich ins Revier kommen. Das kann auch telefonisch oder formlos mit drei Sätzen im Internet erfolgen. „Die Kollegen setzen sich dann mit dem Hinweisgeber in Verbindung“, so die Pressesprecherin. Facebook und andere soziale Plattformen im Internet seien kein Allheilmittel.