Was die Bürger von Huy-Neinstedt bewegt

Über Kindergarten, Biotop und Freifunk

Die Themen der Sitzung des Ortschaftsrates von Huy-Neinstedt waren vielfältig. Unter anderem ging es um den alten Kindergarten und das Biotop, zunächst aber um den großen Wunsch nach schnellerem Internet.

Von Ramona Adelsberger
Die Idylle trügt. Das kleine Gewässer am Ortsausgang von Huy-Neinstedt ist komplett zugewuchert.
Die Idylle trügt. Das kleine Gewässer am Ortsausgang von Huy-Neinstedt ist komplett zugewuchert. Fotos: Ramona Adelsberger

Huy-Neinstedt - Ein seit Jahrzehnten leerstehendes Gebäude und ein zugewucherter Teich sind nur einige der Themen im Huy-Neinstedter Ortschaftsrat. In erster Linie aber geht es um die Frage, wie man das leidige Internetproblem des Dorfes lösen könnte. Denn, warum auch immer, Huy-Neinstedt wurde bei der Planung des Breitbandausbaus durch die Telekom einfach vergessen.

Thomas Krüger, Huy-Bürgermeister (CDU) und als Huy-Neinstedter selbst Betroffener, hatte nichts unversucht gelassen, um eine Lösung zu finden - vergeblich (die Volksstimme berichtete). Daher wollen die Huy-Neinstedter nun auf Freifunk setzen. Dazu hat Thomas Krüger Informationen mitgebracht, die sehr angeregt diskutiert worden sind. Denn, dass dieses Thema den Bürgern auf den Nägeln brennt, zeigt die rege Teilnahme an dieser Sitzung. „Wir haben bei einem Ortstermin mit den Fachleuten von Freifunk Harz erst einmal generell die Möglichkeiten besprochen“, erklärt Krüger. Die Bedingungen in Huy-Neinstedt erweisen sich zwar als schwierig, aber lösbar. „Zwar liegt Huy-Neinstedt in einer Senke, aber es gibt zwei mögliche Sichtachsen nach Badersleben.“ Denn, um ein solches Freifunknetz aufzubauen, braucht es erst einmal mindestens einen leistungsstarken Internetanschluss, dessen Signal dann weitergeleitet und verteilt wird. Und dieses müsste für Huy-Neinstedt aus Badersleben kommen, vom Kirchturm oder aus dem Freibad. Allerdings, so Krüger, stehe die Kirche diesem Projekt gegenwärtig noch skeptisch gegenüber.

Freifunk-Interessierte sollten sich umgehend melden

Daher soll als erster Schritt nun eine Verbindung zu einem Satelliten hergestellt werden, der für solche Zwecke in geringer Höhe um die Erde kreist. „Das könnte recht schnell gehen“, so Krüger und erklärt, dass auf diese Weise wenigstens 50MBits/s möglich wären. „Das wäre immerhin ein Anfang“, sind sich die Anwesenden einig. Als Krüger versichert, dass Freifunk zur Zeit komplett gefördert wird und lediglich der Stromverbrauch des neuen Gerätes zu Lasten des Freifunkmitstreiters gehen, melden sich sofort Interessierte, die sich beteiligen wollen. Ein nächster Schritt wäre dann die Verstärkung des Netzes durch das Signal aus Badersleben, wodurch dann eine doppelte Datenrate erreichbar wäre. Die Liste der am Freifunk Interessierten führt Ortsbürgermeister Holger Mevius (parteilos). „Wer noch mitmachen will, sollte sich bis zum Wochenende bei mir melden“, betont er. Je nach Zahl der Interessierten, wird Freifunk Harz dann das Projekt Huy-Neinstedt auf den Weg bringen und Anträge stellen, um die nötigen Router und Richtfunkantennen zu beschaffen. „Wir rechnen damit, dass auf diese Weise drei Jahre gut überbrückt werden können, bis die Landesregierung das Recht jedes Bürgers auf schnelles Internet realisiert haben sollte“, so Krüger, der bereits in wenigen Wochen als neu gewähltes Mitglied des Landtages dort dann selbst den Finger auf einige Wunden legen kann.

Alter Kindergarten könnte neu genutzt werden

Aus dem benachbarten Anderbeck war Karin Pfitzner und Sohn Ben nach Huy-Neinstedt gekommen und stellten ihre Idee zum seit Jahrzehnten leerstehenden Kindergarten am Waldrand vor. „Wir könnten uns dort sehr einen Treffpunkt für Jugendliche vorstellen“, so die Anderbeckerin. Sie muss allerdings erfahren, dass zwar das Dach des Gebäudes noch in Ordnung ist, ansonsten aber ein sehr hoher Sanierungsbedarf anstehe, der allein nicht zu stemmen sei. Karin Pfitzner will sich nun mit dem Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) verständigen, das die Jugendclubs in der Gemeinde betreibt. „Möglicherweise findet sich auch in Anderbeck ein geeignetes Gebäude“, ist sie optimistisch.

Biotop soll gereinigt werden

Ein Ärgernis in den Augen vieler Bürger ist der komplett zugewucherte kleine Teich am Ortsausgang von Huy-Neinstedt, der den recht nüchternen Namen „Biotop“ trägt. Auf den ersten Blick erscheint hier zwar Idylle pur, schaut man jedoch genauer hin, ist das kleine Gewässer komplett zugewuchert und müsste dringend gereinigt werden. Das Gewässer wird gespeist durch die Piepenpalquelle, deren Wasser durch ein Rohr fließt. „Der Plan sieht vor, dieses Wasser umzuleiten, den Teich zunächst auszutrocknen und auszubaggern“, verrät der Huy-Bürgermeister.