Grundschule Schlanstedt in Dardesheim geehrt

Umweltpreis für das Waldprojekt

Die Freude in Schlanstedt ist riesig. Das Grundschulprojekt „Wir helfen dem Wald“ wurde mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Viele haben mitgeholfen und die jungen Bäumchen schnuppern sogar schon Waldluft.

Von Ramona Adelsberger
NIcht irgendwelche Eicheln, sondern die von zertifizierten und gesunden Huy-Bäumen wurden durch die Schlanstedter Grundschüler gesammelt, um daraus junge Bäumchen nachzuziehen.
NIcht irgendwelche Eicheln, sondern die von zertifizierten und gesunden Huy-Bäumen wurden durch die Schlanstedter Grundschüler gesammelt, um daraus junge Bäumchen nachzuziehen. Foto: Bernd Blum

Schlanstedt - Die Urkunde hängt bereits gerahmt im Flur der Grundschule Schlanstedt. „Wir haben mit unserem Waldprojekt den Dardesheimer Umweltpreis erhalten“, erklärt Schulleiterin Anika Schulze voller Freude. Denn nicht nur die große Wertschätzung des Projektes gegen das Waldsterben sei sehr erfreulich, auch die 800 Euro, mit denen dieser Preis dotiert ist, kann die Schule gut gebrauchen. Das Projekt selbst hatte im Herbst des Vorjahres begonnen und führte die Mädchen und Jungen sogar mitten in den Huywald.

Vorher hatten sie im Sachkundeunterricht erfahren, dass es den Bäumen im Huy gerade überhaupt nicht gut geht und viele, die auf den ersten Blick gesund scheinen, durch Umwelteinflüsse wie die lange Trockenheit, Pilze oder Käfer einfach absterben. Auch haben die Schüler gelernt, dass gerade die bis dahin im Huywald vorherrschende Buche, die bislang als besonders robust galt, betroffen sei und dass es Pläne gebe, den reinen Buchenwald durch einen Mischlaubwaldwald, in dem die Eiche dominiert, zu ersetzen. Im Unterricht wurden die Bäume im Wald und ihre Früchte genau besprochen.

Nur zertifizierte Früchte sind geeignet

Dann aber ging es endlich in den Wald. Dort führte Revierförster Alexander Schulze die Kinder zu einer Stelle, an der besonders gesunde Eichen wachsen und erklärte, dass sich die Fachleute von der Nachzucht aus den Früchten besonders robuste Bäumchen versprechen, die sich widrigen Klimabedingungen besser anpassen können. Und so wurden diese besonderen Eicheln gesammelt. Die Waldarbeiter hatten bereits ein Tuch unter den Bäumen platziert, um die kostbaren Früchte leichter aufsammeln zu können. Gemeinsam fassten die Kinder zu und bargen die Eicheln. Als nächster Schritt wurden die Eicheln in die Erde gesteckt, die Töpfchen dazu hatte der Schlanstedter Kräuterverein zur Verfügung gestellt, die nötige Erde steuerte Maria Meier vom Edeka-Markt in Dingelstedt bei.

Überwintert in der Geborgenheit des Gewächshauses

Überwintert haben die Eicheln dann im Gewächshaus des Kräutervereins und erhielten ab und zu Besuch von Schülerinnen und Schülern. Doch zu sehen war lange nichts. „Ob das überhaupt was wird“, fragten sich Maria Rückewoldt und Karin Barwanitz vom Kräuterverein und hielten es irgendwann im frühen Frühjahr nicht mehr aus. In aller Vorsicht wurden zwei in der Erde ruhende Eicheln ausgegraben und begutachtet. Zwar hatte sich eine kleine Wurzel gebildet - sehr vielversprechend aber sah das nicht gerade aus. Doch mit der höherstehenden Sonne und der Wärme geschah das Wunder. Das erste zarte Grün zeigte sich und nach nur wenigen Tagen waren erste Eichenblättchen der typischen Form zu sehen.

Nun wird Waldluft geschnuppert

„Höchste Zeit, die jungen Bäumchen nun zu vereinzeln“, entschieden Förster, Kräuterfreunde und die Verantwortlichen der Schule. In einer gemeinsamen Aktion wurden die jungen Bäumchen nun in neue Erde und neue Töpfe eingesetzt. Dabei halfen einige Schüler eifrig mit. „Die Setzlinge sind im Moment noch zu klein, um bereits an ihrem endgültigen Standort im Wald zu überleben“, erklärt Alexander Schulze und hatte eine andere Idee. Denn die insgesamt 143 jungen Bäumchen stehen nun an einem geschützen Standort im Wald, um sich an die dortigen klimatischen Bedingungen zu gewöhnen. Und sie stecken nicht mehr in Plastiktöpfchen, sondern in etwas höheren Papphülsen, damit sich die Pfahlwurzel besser entwickeln kann.