Mehrfachtäter vermutet

Unbekannter Radfahrer beraubt Passantinnen in Halberstadt im Harz

Zwei Fälle bewegen momentan die Polizei in Halberstadt. Es geht um eine 88-Jährige die gestürzt ist. Und um eine 14-Jährige, der ein Umschlag mit Gutschein entrissen wurde. Beiden gemeinsam ist möglicherweise der Verursacher.

Von Dennis Lotzmann 24.11.2021, 16:59 • Aktualisiert: 24.11.2021, 19:42
Ein bislang unbekannter Radfahrer hat möglicherweise zwei Frauen in Halberstadt beraubt. Nun sucht die Polizei Zeugen. Symbolbild:
Ein bislang unbekannter Radfahrer hat möglicherweise zwei Frauen in Halberstadt beraubt. Nun sucht die Polizei Zeugen. Symbolbild: dpa

Halberstadt - Nach zwei Raubüberfällen in Halberstadt haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Raubs eingeleitet. Gesucht werden insbesondere Zeugen, die Angaben zum bislang flüchtigen Täter, der wahrscheinlich beide Taten begangen hat, machen können. Zudem prüft die Staatsanwaltschaft, ob möglicherweise der Vorwurf des schweren Raubes, der ein höheres Strafmaß nach sich ziehen würde, zutreffe.

Laut Polizei versuchte der Mann am Dienstagabend, einer 88-jährigen Frau die Handtasche zu entreißen. Dabei sei die Rentnerin gestürzt und habe sich so schwer verletzt, dass sie in eine Klinik gebracht werden musste, berichtet Polizeisprecher Uwe Becker.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei der Unbekannte gegen 18.25 Uhr mit einem Fahrrad aus Richtung Schuhstraße kommend an der Ecke Schuhstraße/Breiter Weg an der Frau vorbeigefahren und habe versucht, ihr die Tasche zu entreißen. Dies sei misslungen, gleichwohl sei die betagte Seniorin zu Fall gekommen. Über die Schwere der Verletzungen wollte Becker keine Angaben machen.

Radfahrer in Halberstadt als Täter vermutet

Der radelnde Täter sei anschließend in Richtung Lichtwerstraße und weiter bis zur Gröperstraße geflüchtet, wo er nach links in Richtung eines Parks, in welchem sich ein Ententeich befindet, abbog.

Etwa 20 Minuten später gab es nach Beckers Worten im Halberstädter Stadtgebiet einen weiteren Raubüberfall, bei dem die Polizei denselben Täter vermutet. Tatort war diesmal die Harmoniestraße, wo ein Radfahrer einer 14-Jährigen im Vorbeifahren einen Briefumschlag mit einem Friseurgutschein im Wert von 50 Euro aus der Hand riss. Auch hier, so Becker, sei der Radfahrer geflüchtet.

Der wahrscheinlich identische Täter wird von den beiden Opfern wie folgt beschrieben: Er ist etwa   1,80 Meter groß, war dunkel gekleidet und trug eine Kapuze. Er wird als vergleichsweise kräftig beschrieben und soll einen Dreitagebart getragen haben. Nach der zweiten Tat flüchtete er via Spiegelstraße in Richtung Innenstadt.

Haftstrafe nicht ausgeschlossen

Die Polizeibeamten haben in beiden Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet und hoffen – insbesondere mit Blick auf den flüchtigen Täter – auf Zeugenhinweise. Zumindest beim ersten Raubüberfall hatte der Mann laut Polizei keine Beleuchtung am Rad eingeschaltet.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck kommt nach jetzigem Erkenntnisstand der Tatvorwurf des Raubes in Betracht. Hier drohten, vorausgesetzt der Täter ist 21 Jahre alt – mindestens ein Jahr Freiheitsentzug. Da die 88-Jährige gestützt sei   und sich verletzt habe, könnte hier sogar ein schwerer Raub vorliegen. Hier liege das Mindest-Strafmaß bei drei Jahren Freiheitsentzug, so Roggenbuck.

Hinweise zu den Taten und den/die gesuchten Radfahrer bitte unter Telefon (03941) 674293.