Harsleben l Knotenpunkt Ortsumfahrung Harsleben: Gibt es hier einen Unfallschwerpunkt?

Das kann so nicht bleiben, dachten sich die Mitglieder der Harzer Blitzergruppe rund um Denny Behrendt. „Nun, von einem Unfallschwerpunkt, wie es seinerzeit der Pfeifenkrug bei Blankenburg war, sind wir glücklicherweise noch entfernt“, sagt Denny Behrendt. Jedoch falle auf, dass die „neue“ Ortsumfahrung von Harsleben speziell im Kreuzungsbereich der Auffahrt nach Quedlinburg so ihre Tücken habe, so der Chef der Harzer Blitzergruppe.

Der Initiator der Facebook- Gruppe beobachtet bereits kurz nach der Fertigstellung des Kreisverkehrs im Jahr 2019 vermehrt Unfälle am Kreisverkehr. „Das haben wir bei der Landestraßenbaubehörde angesprochen“, so Behrendt. Damals sei der besagte Punkt jedoch statistisch noch nicht als Problem „anerkannt“ gewesen.

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Kreisverkehr kein Unfallschwerpunkt

„Der Kreisverkehr der Ortsumfahrung an sich bildet keinen Unfallschwerpunkt“, sagt Uwe Becker vom Polizeirevier Harz. Der Abschnitt der Landstraße 24 am Abzweig der Bundesstraße 79 in Fahrtrichtung Quedlinburg hingegen sei als Unfallschwerpunkt zu betrachten und somit auch Gegenstand der kommenden Sitzung der Verkehrsunfallkommission, so der Polizeisprecher weiter.

Nachdem der Blitzergruppe immer wieder Unfälle gemeldet wurden, wollten es die Mitglieder genauer wissen. So bat der Initiator der Blitzergruppe um ein Gespräch mit der Verkehrsbehörde des Landkreises. Auf der Agenda standen unter anderem die Bewertung der Unfallstelle, die Beleuchtung aus Behörden- aber auch aus Bürgersicht und das gemeinsame Erfassen von möglichen Ideen zur Verbesserung der Situation.

2019 ereigneten sich dort laut Unfallstatistik des Harzreviers in Halberstadt insgesamt zwölf Verkehrsunfälle. „Bei drei Unfällen wurden insgesamt vier Personen verletzt“, sagt Becker.

„Unserer Beobachtung nach scheint es sich hier größtenteils um Vorfahrtsunfälle zu handeln“, sagt Behrendt. Unfälle als Folge von überhöhter Geschwindigkeit zählen ebenfalls dazu. Das bestätigt auch der Polizeisprecher. „Bei den Unfällen handelt es sich vorrangig um so genannte Abbiegeunfälle, das bedeutet, dass dem entgegenkommenden Fahrzeug beim Abbiegen die Vorfahrt nicht gewährt wurde.“ Aber auch Beschilderungen und eine für Ortsfremde verwirrende Ausfahrt aus Quedlinburg kommend, führen häufig zu Missverständnissen.

Tempo-70-Schild ist bereits versetzt worden

Die Mitglieder der Harzer Blitzergruppe haben die Auf- und Abfahrten an dieser Stelle in zwei Punkte eingeteilt und den Mitarbeitern der Verkehrsbehörde verschiedene Verbesserungen vorgeschlagen.

Eine davon, das Tempo-70-Schild weiter vorn zu platzieren, wurde bereits von der Straßenverkehrsbehörde umgesetzt. Vorher sahen Autofahrer die Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 70 erst auf der Brücke. Ab dem Ortsausgang Halberstadt ist bis zur Brücke eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erlaubt. Dies führe zu erschwerten Reaktionszeiten bei den abbiegenden Autofahrern, begründet Denny Behrendt seinen Vorstoß.

Möglichkeiten zur Verbessrung der Situation sehen auch die Verantwortlichen wie Straßenbaulastträger, Verkehrsbehörde sowie das Revier. Wie dessen Sprecher Uwe Becker auf Volksstimme-Nachfrage mitteilt, würden derzeit weitere entsprechende Vorschläge erarbeitet und zeitnah umgesetzt.

Haltelinie als ein Vorschlag

Die Aufbringung einer Haltelinie für den rechtsabbiegenden Verkehr aus Halberstadt kommend, in Richtung Quedlinburg ist so ein Vorschlag, den Denny Behrendt den Mitarbeitrn der Verkehrsbehörde unterbreitet hat. „Aktuell gibt es hier nur ein Vorfahrtsschild, jedoch keine Haltelinie, die dem Verkehrsteilnehmer nochmal visuell verdeutlicht, dass er hier keine Vorfahrt hat“, so Behrendt. Um den Abbiegeverkehr mehr „im Fluss“ zu halten und einen schnelleren Abbiegevorgang zu ermöglichen, solle die Haltelinie für Linksabbieger aus Richtung Harsleben vorverlegt werden.

An der zweiten Stelle im Kreuzungsbereich hält Behrendt das Aufbringen von zusätzlicher Fahrbahnmarkierung, beispielsweise durch Pfeile sowie Anbringungen von Reflektionsfolie an den Leitplanken für eine Möglichkeit, in Zukunft Unfälle zu vermeiden. Diese solle auf der Abbiegespur aus Richtung Quedlinburg angebracht werden, um deutlicher auf die bevorstehende Einfädelung nach links hinzuweisen.

„Drei von unseren insgesamt vier Vorschlägen wurden für gut befunden und werden demnächst umgesetzt“, so Behrendt. Die Verkehrsbehörde plane einiges davon ohnehin schon. Man müsse nur auf entsprechendes Wetter warten, da Fahrbahnmarkierungen im Winter nur schwer möglich sind.

Denny Behrendt dankte der Verkehrsbehörde für die konstruktive Zusammenarbeit. „Nun heißt es abwarten und beobachten. Vielleicht bringen diese kleinen Änderungen ja schon etwas“, so der Blitzergruppen-Chef.