Halberstadt l „Die Autos sieht man ja schon, wenn sie noch richtig weit weg sind.“ Denny Behrendt, Chef der Harzer Blitzergruppe, ist sichtlich zufrieden, als er Anfang der Woche den Effekt des neuen Verkehrsspiegels in der Rudolf-Diesel-Straße begutachtet. An der Einfahrt der Straßenmeisterei angebracht, soll er Kunden, die den Edeka-Parkplatz verlassen die Sicht erleichtern.

Behrendt hatte im Namen der Blitzergruppe, eine Facebook-Gemeinschaft mit gut 17.800 Mitgliedern, gefordert, dass der Spiegel aufgehängt wird. Obwohl weder Marktbetreiber noch Stadtverwaltung die Sinnhaftigkeit des Spiegels je in Abrede stellten, dauerte es beinahe zwei Jahre, bis die Sichthilfe aufgehängt wurde.

Kein öffentliches Gelände

Der Grund: Bei dem Parkplatz handelt es sich nicht um öffentliches Gelände, dementsprechend ist die Stadt eigentlich nicht zuständig, erläutert Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke). Damit ein Spiegel für Kunden jedoch einen Nutzen bringt, muss er außerhalb des Edeka-Parkplatzes angebracht werden. Wegen der fraglichen Zuständigkeit ist eine Anfrage von Marktleiter Michael Altzschner bezüglich eines Verkehrsspiegels, die er schon Jahre zuvor und unabhängig von der Blitzergruppe gestellt hatte, im Sande verlaufen.

Kundenbeschwerden habe es zwar keine gegeben, aber dafür mehrere Unfälle. „Es ist mitunter schwierig, vom Parkplatz runterzukommen“, berichtet Altzschner. Gerade jetzt, da in der Quedlinburger Straße gebaut wird und die Rudolf-Diesel-Straße genutzt wird, sei das Verkehrsaufkommen sehr hoch. In der Ausfahrt vom Parkplatz staut es sich.

Um künftige Unfälle und brenzlige Situationen zu vermeiden, haben sich die Parteien auf Anregung von Denny Behrendt auf einen Kompromiss geeinigt: Edeka hat den etwa 800 bis 1000 Euro teuren Spiegel gekauft. Die Kosten für das Anbringen übernimmt die Stadt.