Wegeleben l Gut zwei Stunden nach dem Unfall in der Bodestadt Wegeleben ist bei Polizei und Rettungskräften Aufatmen angesagt: Bei aller Dramatik, die die Kollision mit dem von Schülern besetzten Bus ausgelöst hat – der folgenschwere Crash im Einmündungsbereich hätte weitaus schlimmere Folgen haben können. Zwar sind 17 Schüler sowie der 48 Jahre alte Busfahrer bei der Kollision mit dem 40-Tonnen-Laster verletzt worden. „Zum Glück hat aber niemand schwere Verletzungen erlitten", so Polizeisprecher Uwe Becker. Erstinformationen unmittelbar nach der Kollision gestern früh, wonach ein Kind schwer verletzt worden sei, hätten sich glücklicherweise nicht bestätigt. Nach Informationen der Volksstimme wurden drei der verletzten Kinder vorsorglich stationär in Kliniken aufgenommen.

Um 6.55 Uhr waren der Bus und ein 40-Tonnen-Kies-Laster im Einmündungsbereich zusammengestoßen. Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen hatte der 33 Jahre alte Lkw-Fahrer den auf der Hauptstraße fahrenden Bus übersehen und ihn beim Linksabbiegen gerammt. Zwar war der Busfahrer, noch geistesgegenwärtig nach links ausgewichen und hatte so einen Zusammenstoß mit dem Laster im Frontbereich verhindert. Dennoch prallte der Lkw, der 26 Tonnen Kies geladen hatte, seitlich gegen den Bus und schob ihn über den Gehweg hinweg gegen eine Mauer. Nur der Fakt, dass zum Unfall-Zeitpunkt die Gegenfahrspur frei war und keine Passanten den Gehweg benutzten, verhinderte schwerere Folgen.

Kinder im Gerätehaus versorgt

Die Leitstelle beorderte nach dem Unfall zahlreiche Rettungskräfte und Notärzte an die Unglücksstelle. Die unverletzt gebliebenen Kinder wurden im nahen Gerätehaus der Feuerwehr betreut und ärztlich untersucht.

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Warum der 33 Jahre Lkw-Fahrer aus Quedlinburg den Bus übersah, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Problematisch ist, dass die Hauptstraße, auf der der Bus unterwegs war, an dieser Stelle eine scharfe Linkskurve macht und die Straße daher aus der Perspektive des Lkw-Fahrers nur begrenzt einsehbar ist.

Der Wegeleber Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmer (CDU) fordert den Umbau der Einmündung zum Kreisverkehr. Ob diese Forderung bei der geplanten Straßensanierung umgesetzt wird, ist laut Landesstraßenbaubehörde noch offen. Ein Vorschlag könnte bis zum Jahresende vorliegen. Für die Polizei ist der Einmündungsbereich kein Unfallschwerpunkt. In gut 13 Jahren habe es neun Unfälle gegeben, so Becker.