Halberstadt l „Wir können auch OB“, sagt Ralf Barthel, Ortsbürgermeister in Athenstedt, und schmunzelt Denis Schmid zu. Der Halberstädter wird für die Wählervereinigung Buko (Bürger unseres Kreises ohne Parteibuch) 2020 als Oberbürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen. Und neben Barthel, Sprecher der Wählervereinigung, ist auch Henning Rühe überzeugt, gute Erfolgschancen zu haben. „In der Regel sind wir Sieg gewöhnt“, sagt Rühe lachend. Er war viele Jahre Landrat in Halberstadt und ist Chef des Kreissportbundes Harz.

Der Sport ist ein Feld, auf dem auch Denis Schmid seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs ist. Der 40-Jährige ist Präsident des HT 1861, trainiert Kinder und Jugendliche und war viele Jahre als Schiedsrichter in der Handball-Bundesliga der Frauen unterwegs. Das ehrenamtliche Engagement generell und im Sport im besonderen dürfe nicht unterschätzt werden, sagt Schmid und weiß sich in dieser Frage eins mit Henning Rühe. „Hier wird schon seit mehr als 30 Jahren ohne Aufwandsentschädigung viel für die Gesellschaft geleistet“, sagt Rühe.

Tolle Teams

Für andere aktiv zu werden, sei ein Antrieb seiner Kandidatur, sagt Denis Schmid, aber ihn treibe auch anderes. „Die Halberstädter müssen endlich wieder stolz auf ihre Heimatstadt sein. Sie haben allen Grund dazu. Im Sport haben wir tolle Teams am Start, die in hochklassigen Ligen unterwegs sind, da haben wir einiges zum Vorzeigen.“

Der Oberstleutnant hat aber nicht nur den Sport im Blick. Er liebt seine Heimatstadt, in der er 1998 das Abitur ablegte und der er auch während seines Studiums an der Bundeswehr-Universität die Treue hielt. Der Diplom-Volkswirt war in verschiedenen Führungs- und Stabsfunktionen im Einsatz, was auch viele verschiedene Wohnorte und ein Jahr Afghanistan bedeutete. 2011 entschied er sich mit seiner Frau, den Lebensmittelpunkt der vierköpfigen Familie wieder nach Halberstadt zu legen. Auch wenn er zurzeit wieder nach Bad Frankenhausen pendelt, wo er als stellvertretender Bataillonskommandeur Verantwortung trägt, Halberstadt spielt für ihn die erste Geige.

Kommunalpolitik

2016 rückte er für Henning Rühe in den Stadtrat nach. Die Erfahrungen, die er bei diesem lokalpolitischen Engagement sammelt, haben ihn in der Überlegung bestärkt, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren. Schmid ist aktuell Vorsitzender der Stadtratsfraktion Buko/FDP/Freie Wähler.

Inhaltlich hat er sich mehrere wichtige Aufgaben auf die Fahnen geschrieben. Wesentlich sei, dass die Kommunikation zwischen Stadtrat, Verwaltung und Bürgern wieder besser wird, dass sich die Einwohner nicht außen vor gelassen fühlen – sowohl die in der Kernstadt als auch die in den Ortsteilen. „Man muss Verständnis wecken dafür, dass die Spielräume gering sind angesichts der Finanzsituation. Dazu gehört, klare Prioritäten festzulegen und zu erklären, was jetzt erledigt werden kann und was warten muss“, sagt Schmid.

Cooler Wohnort

Strukturiert zu arbeiten, Entscheidungen abzuwägen, sie dann auch zu treffen und vor allem durchzusetzen, das liege ihm, sagt Denis Schmid. Er sieht zudem das Thema Ausbau der Geh- und Radwege als wichtig an, ebenso die Digitalisierung an den Schulen, aber auch Förderung der Vereine und Erhalt von Theater und anderen sogenannten freiwilligen Leistungen. „Wir müssen einfach ein cooler Wohnort für junge Familien sein.“