Halberstadt l Was wird mit dem Wochenmarkt Halberstadt? Diese Frage stellt sich seit Anfang 2019. Eine ­Entscheidung ist bis dato im Rathaus noch nicht gefallen. Der Stadt- und Landschaftspflegebetrieb Stala, bislang Betreiber des Marktes, kündigte den Vertrag mit der Stadt überraschenderweise auf.

„Zur nächsten Tagung des städtischen Ordnungsausschusses am Dienstag, dem 19. November, wurde die Deutsche Marktgilde e.G. eingeladen, um ihr Konzept betreffs des ­Wochenmarktes vorzustellen. Diese Vorstellung dient dazu, zu erklären, was es bedeutet, wenn man den Wochenmarkt ausschreiben und an Dritte vergeben würde“, informiert Rathaussprecherin Ute Huch.

Drei Varianten denkbar

Das wäre eine der drei möglichen Varianten: Der Markt wird ausgeschrieben und an Dritte vergeben, die Stadt betreibt den Wochenmarkt selbst oder der Stala wird beauftragt, den Markt weiter zu ­betreiben. Mit einer Entscheidung während der Tagung des Ordnungsausschusses sei nicht zu rechnen, so Ute Huch. Die Vorstellung des Wochenmarkt-Konzeptes sei eine reine Informationsveranstaltung und solle als Diskussionsgrundlage dienen.

Vor mehr als sieben Monaten stellte die Stadtverwaltung die Zukunftsfrage für den bei vielen Bürgern beliebten Wochenmarkt und zog damit den Zorn von Händlern und Halberstädtern auf sich. Auslöser war der Stadt- und Landschaftspflegebetrieb Stala, der den Betrieb des Marktes aufgekündigt hatte. Hintergrund war, dass der Markt für das städtische Unternehmen ein Verlustgeschäft sei. Ein Vorschlag darauhin war, dass er vom jetzigen Standort Breite Weg auf den Holzmarkt umziehen soll und privatisiert wird.

Minus-Geschäft seit 2017

Der Stala betreibt den Wochen­markt seit 2002. Damals trennte sich die Kreisstadt von ihm, um ­Personalkosten zu sparen. Anfangs ging das Betreibermodell für den Stala finanziell noch auf. Doch dann brachen die Jahreseinnahmen von knapp 100.000 Euro auf unter 50.000 Euro im Jahr 2017 ein. Die Erträge hätten sich praktisch seitdem um 54 Prozent verringert, informierte Stala-Geschäftsführerin Ulrike Lemme im Frühjahr. Der Aufwand habe sich dagegen moderat um 4,5 Prozent erhöht. Damit liegen die Kosten des Wochenmarktes über den Einnahmen. Im Ergebnis sei der Markt für den Stala nicht mehr wirtschaftlich. Das ist vor allem der erheblich verringerten Anzahl von Händlern und den damit verbundenen sinkenden Einnahmen geschuldet, so Ulrike Lemme.