Halberstadt l Die Druckfarbe ist noch nicht ganz trocken, so brandneu ist der Plan für das jüngste Neubauvorhaben der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt (WGH). Im kommenden Jahr will das Unternehmen den Startschuss für das Projekt auf einer Abrissfläche mitten in der Altstadt geben. Bis vor drei ­Jahren stand an der Stelle in der Kulkstraße 29/30 ein Plattenbau aus den 1980er Jahren, den die WGH abriss.

Stadt schrumpft seit Jahren

Angesichts der demografischen Entwicklung in Halberstadt – die Stadt schrumpft seit Jahren – entstehen dort weniger Wohnungen als es im Altbau der Fall war. Die Genossenschaft hat in der Kulkstraße und der benachbarten Ochsen­kopfstraße zwei Platten­bauten mit 73 Wohnungen abgerissen. Insgesamt 28 Wohnungen sollen in dem neuen ­Fünfgeschosser hinter einer modernen Hülle entstehen. „Zu dieser ­Philosophie haben wir uns angesichts des Leerstands in Halberstadt bereits vor Jahren verpflichtet und seitdem bei allen Neubauvorhaben umgesetzt“, betont WGH-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Schönfeld. Die Fläche in der Ochsenkopfstraße bleibt unbebaut. Dort sollen Park­plätze für die Bewohner der neuen Wohnanlage entstehen.

Érneuerbare Energie nutzen

Die Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen in der Kulkstraße 29/30 sind 80 bis 100 Quadratmeter groß. Außerdem entstehen vier Penthouse-Wohnungen mit je etwa 100 Quadratmetern. Alle besitzen Balkone, Aufzüge erschließen die Etagen, das gesamte Gebäude wird mit erneuerbaren Energien versorgt. „Wohnungen sollen langfristig bezahlbar bleiben, dazu gehört für uns, Häuser zu errichten, die wenig Energie verbrauchen“, unterstreicht der Vorstand. In 2.341 WGH-Wohnungen wird der Wärmebedarf bereits ganz oder teilweise über erneuerbare Energien gedeckt.

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Modulare Bauweise

Mit dem Projekt in der Kulkstraße bleibt die Wohnungsbaugenossenschaft ihrem Baukonzept „WGHmodularis“ treu, so Karl-Heinz Schönfeld. Erstmals umgesetzt wurde es beim Bau der Wohnanlage ­„DomiZil“ in der Schmiede­straße. Fünf weitere folgten, das vorerst letzte, die Wohnanlage „An den Platanen“, in der Wilhelm-Trautewein-Straße. Großer Vorteil: die Modul-Bauweise lässt sich an jedes Grundstück anpassen. 20 Merkmale definieren alle Neubauten. Dazu gehören unter anderem der hohe Energiestandard, ausreichend Keller, offene Grundrisse, die Türen sind höher und breiter als es die Vorschrift fordert und vieles mehr.

Quartier aufgewertet

„Mit dem Neubau in der Kulkstraße wollen wir die Wohnanlage ,Moritzplan‘ abrunden. Dazu gehören dann mit den komplett sanierten Altbauhäusern in der benachbarten Georgenstraße sowie dem Neubau Am Kulk insgesamt 130 Wohnungen“, so Schönfeld. Der Neubau in der Kulkstraße würde im WGH-Wohnungsbestand das Ende der Stadtentwicklung in der Altstadt markieren.

Mit der Fertigstellung rechnet Karl-Heinz Schönfeld 2020. Zur Investitionshöhe könne er derzeit noch gar nichts sagen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Baupreise entwickeln, die sich in jüngster Vergangenheit explosionsartig verteuert haben.“