Pflanzaktion

1000 Bäume für den Canyon

Die Trockenheit hat vielen Bäumen am Süplinger Canyon besonders zugesetzt. Der Eigentümer will nun 1000 neue pflanzen.

Haldensleben l Das Erdreich auf den Felsen des Süplinger Canyons ist nicht sehr tief, zudem steinig und sandig. An vielen Stellen dominieren Kiefern die Vegetation von „Canyon City“, dem dortigen Spielort der alljährlichen Karl-May-Festtage. Trocken war es in „Canyon City“ in den vergangenen zwei Jahren, sowie in der ganzen Region. Doch wegen der Bodenverhältnisse hat es Canyon-Kiefern besonders schwer erwischt. Viele von ihnen tragen braune Nadeln, viele sind tot.

„Es handelt sich um mehrere Hundert Bäume“, sagt Lutz Constabel, der Eigentümer. Viele seien einfach vertrocknet. Leiden würden auch Birken und Pappeln. Einige tote Bäume habe er schon beseitigt, weitere will er demnächst wegnehmen. „Alles Totholz wird gefällt“, sagt Constabel. Etwa 70 Jahre alt sei der Baumbestand am Süplinger Canyon, berichtet er. „Das ist sehr ärgerlich“, betont er.

Doch einfach so hinnehmen will Constabel das nicht. Er will aufforsten in den kommenden drei Jahren. Insgesamt 1000 Bäume will er pflanzen, verschiedene Arten, Eichen und Buchen etwa. Im Herbst soll es damit losgehen. Dabei hofft Constabel auf die Unterstützung von Besuchern und Fans des Festspielortes. Bei der Pflanzaktion solle jeder seinen eigenen Baum am Canyon pflanzen können, sagt er. Näheres dazu will der Eigentümer in den kommenden Sommermonaten bekanntgeben.

Die Pflanzaktion ist für Constabel bereits Teil der Vorbereitungen für die nächste Festspiel-Saison im kommenden Jahr. In diesem Jahr fallen die Karl-May-Festtage am Süplinger Canyon aus. Sie waren für den 15. und 16. August geplant.

Wenn auch das wichtigste Ereignis an dem Steinbruchsee in diesem Jahr wegfällt: Tot ist der Canyon nicht. Wie Constabel berichtet, seien zuletzt viele Besucher auf seinem Privatgelände gewesen, vor allem Jugendliche, Familien und Taucher. „Das ist ok“, betont er, „ich begrüße das.“ Er wolle aber auch an die Besucher appellieren, dass darauf geachtet werde, die Natur zu erhalten.

Einer, der darauf ganz besonders achtet, ist Detlef Parthey. Etwa jeden zweiten Tag kommt der Rentner aus Haldensleben zum Canyon, um aufzuräumen. „Das ist so ein schönes Fleckchen hier“, schwärmt er. Auch er berichtet, dass der Canyon zuletzt viel besucht gewesen sei. Weil viele in den vergangenen Wochen nicht zum Tauchen und Urlaub machen in die Welt fliegen konnten und Bademöglichkeiten in der Region nur begrenzt zur Verfügung standen, habe der Canyon mehr Zulauf, mutmaßt Parthey.

An einigen Abenden seien bis zu 40 Menschen am Steinbruchsee, berichtet er, vor allem viele Jugendliche. Nicht alle würden ihren Müll ordnungsgemäß in die Säcke werfen. Was in den Säcken landet, werde dann teilweise von Tieren wieder verteilt. Parthey tippt auf Waschbären. Einiger Unrat lande auch im See. Zuletzt hätten Taucher Flaschen und Grill-Utensilien aus dem Wasser gefischt, berichtet er. Außerdem ärgert sich Parthey darüber, dass die Hinweisschilder für das Grillverbot auf dem Privatgelände immer wieder abgerissen werden. Mehr als zehn Mal habe er den Aushang in den vergangenen zwei Jahren erneuert.