Flechtingen l Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos) informierte bei der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Sozialausschusses über ein Treffen, das er auf eigenem Wunsch mit Vertretern des Landkreises Börde und des Deutschen Roten Kreuzes hatte. Sein Ziel war es, Details über die Unterbringung der Flüchtlinge im Gebiet der Verbandsgemeinde Flechtingen zu erfahren.

„Dieses Gespräch war sehr fruchtbar. Wir haben Probleme mit dem Wunsch auf Verbesserung angesprochen, Fragen klären können und wichtige Telefonnummern ausgetauscht“, erklärte Weiß, der darauf hinwies, dass der Landkreis weitere Unterkünfte sucht.

Nach aktuellem Stand gibt es in der Verbandsgemeinde Flüchtlingsunterkünfte in Calvörde, Uhrsleben und in Ostingersleben jeweils in privat angemieteten Wohnungen. „Es wird in Behnsdorf eine Notunterkunft eingerichtet. Dazu hat es bereits eine Informationsveranstaltung, bei der Fragen der Bevölkerung geklärt wurden, gegeben. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten werden in unserem Verbandsgemeindegebiet noch vom Landkreis geprüft“, sagte der Bürgermeister.

Das leerstehende Schulgebäude in Behnsdorf soll voraussichtlich noch im Dezember bezogen werden. In den acht derzeit nutzbaren Klassenräumen sollen die Flüchtlinge, die dem Landkreis aus den Zentralen Anlaufstellen zugeteilt werden, Quartier beziehen.

„Die Notunterkunft in Behnsdorf soll den Flüchtlingen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen“, erklärte der Bürgermeister. Christine Crackau (CDU) fragte nach, warum die Kinder, die mit ihren Familien in Uhrsleben untergebracht sind, noch nicht zur Schule gehen. „Die Kinder sind schon vier Wochen in Uhrsleben und sind wissbegierig. Wo ist das Problem?“, wollte Christine Crackau wissen.

„Es besteht Schulpflicht. Aber manche Eltern wissen noch gar nicht, wie lange sie in der Einrichtung bleiben. Außerdem ist es schwierig, wenn die kleineren Kinder, die die Sprache noch nicht kennen, gleich in die Schule zu schicken. Optimal wäre es, wenn die Kinder – ein Jahr bevor sie schulpflichtig sind – in eine Kita gehen. Es fehlen uns aber noch genauere Informationen“, gestand Weiß. Die beiden schulpflichtigen Jungen, die in Calvörde wohnen, besuchen bereits die Calvörder Sekundarschule. Weiß berichtete, dass es in Uhrsleben auch ein Neugeborenes gibt. Außerdem habe er beim Besuch des Lichterfestes der Kindertagesstätte in Uhrsleben gesehen, dass die neuen Familien mit ihren Kindern die Einladung der Kita angenommen und sich am Fest beteiligt hatten. Die Verständigung mit Händen und Füßen habe funktioniert.

„Wie viele Flüchtlinge müssen oder können wir aufnehmen?“, lautete eine Frage aus der Runde. „Laut Kreisverwaltung kommen jeden Montag mindestens 130 Personen im Landkreis Börde an, die untergebracht werden müssen“, erklärte Weiß.

Der Bürgermeister bat die Mitglieder des Ausschusses darum, weiterhin in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz der Aufnahme von Flüchtlingen zu werben.