Haldensleben l Die ersten Familienpaten haben ihre Anerkennung bekommen, freut sich Marlis Schünemann, Vorsitzende des Kreisverbandes Börde des Deutschen Kinderschutzbundes. Desdimona Wiegmann, die das neue Projekt des Kinderschutzbundes koordiniert, hat beim Nikolausfest Urkunden und kleine Ausweise an die hilfsbereiten Frauen übergeben. Manuela Paulicks, Franziska Wilde, Ines Drong, Kerstin Blank, Heike Seeger und Nadine Wolf haben sich bereit erklärt, Flüchtlingsfamilien oder minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge zu unterstützen, die hier ein neues Zuhause finden möchten. Die Anregung für dieses Projekt kam vom Land. Ann Fabini, Integrationskoordinatorin in der Kreisverwaltung, ist froh darüber, dass die Idee hier so unkompliziert aufgegriffen wurde.

Ein erstes Treffen der Frauen hat stattgefunden. Dabei wurden Aufgaben besprochen und Probleme, die in den Flüchtlingsfamilien auftauchen könnten und bei denen Hilfe nötig ist. Ein weiteres Treffen soll folgen. Auch Kontakte zu Flüchtlingsfamilien wurden bereits geknüpft. Die Familien waren mit ihren Kindern auch zum Nikolausfest eingeladen.

Einige der Frauen, die als Paten helfen wollen, kommen seit Jahren mit ihren Kindern zum Kinderschutzbund. Sie haben hier mit anderen gemeinsam den Alltag mitgestaltet und Familienhilfe umgesetzt. Jetzt wollen sie von dem, was sie teilweise selbst bekommen haben, etwas an andere weitergeben.

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Finanzielle Hilfe erhält das Familienpatenprojekt aus einer Aktion der Jungen Union. Cindy Hermann, die Vorsitzende der Jungen Union des Landkreises Börde, und ihr Stellvertreter Frank Nase überreichten gemeinsam mit Henrik Hoffmann einen symbolischen Scheck über 250 Euro. Henrik Hoffmann hatte die Idee, bei einer Feier der Jungen Union eine Versteigerung zu starten und den Erlös dem Kinderschutzbund zu übergeben. Auch Landtagsabgeordneter Ralf Geisthardt hat diese Aktion unterstützt. Gemeinsam wurde der Erlös auf 250 Euro aufgestockt.

Nicht alle Frauen und Männer, die Flüchtlingsfamilien ganz konkret helfen möchte, konnten beim Nikolausfest dabeisein. Ebenfalls als Familienpaten helfen möchten unter anderem Inge und Heinz Jüterbock aus Colbitz und Nancy Niemann, berichtet Desdimona Wiegmann. Wer Flüchtlingsfamilien oder minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen zur Seite stehen und ihnen den Alltag in Deutschland erklären möchte, ihnen vielleicht auch bei Behördengängen helfen möchte, kann sich beim Kinderschutzbund in Haldensleben am Waldring 113c, Telefon 03904/72 45 27, melden. In den meisten Regionen im Landkreis leben inzwischen Flüchtlinge, die Hilfe brauchen. Und manchmal sind es für Deutsche ganz einfache alltägliche Dinge, bei denen Zugezogene Hilfe und Erklärungen brauchen, weiß Desdimona Wiegmann.