Calvörde l Silvester weitab vom Neujahrstrubel – das konnten die Tierfreunde des Sachsen-Anhalter Schlittenhunde-Sportclubs (SASC) genießen. Natur pur und ein geselliges Beieinander zwischen den Wohnmobilen gab es zum Jahreswechsel für freundliche Vierbeiner und ein Training mit Fahrvergnügen mit sechs bis zwölf Hundestärken. „Wir brauchen keine außergewöhnliche Silvestergala. Wir genießen es, mit unseren Hunden draußen in der Natur zu sein“, erklärte Helmut Gottschlich, Vorsitzender des SASC.

Im Schein des Feuers saßen die Musher - die Führer der Wagen – beieinander. „Jeder von uns hat so seine Spezialitäten, einer kann besonders gut Gulasch und ein anderer eben köstliche Suppe kochen“, schwärmte Gottschlich, der unter anderem Freunde aus Thüringen und dem Erzgebirge willkommen hieß. In geselliger Runde ließen sie das vergangene Jahr Revue passieren. Erst im Oktober fand das vierte Schlittenhunde-Rennen in Calvörde statt. Für dieses Rennen war nicht einmal Schnee nötig, denn die Hunde wurden vor die Wagen gespannt.

Da steht nicht nur die Geschwindigkeit, sondern die Gesundheit, die Sicherheit und das Kontrollieren und Beherrschen der speziell ausgebildeten Hunde im Vordergrund. Die Vierbeiner sind gut erzogen und haben gelernt, auf die Stimme des Mushers zu reagieren. So finden immer mehr Hundefreunde an dieser Sportart Interesse, denn die Tiere sind durch den Sport ausgeglichener, sicherer und haben damit auch außerhalb des Sports eine festere Bindung zu Herrchen und Frauchen. Dass die Hunde Spaß am Laufen haben, zeigten sie auch beim Training durch ohrenbetäubendes Geheul im Startbereich.

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Erst vor kurzem hatte Götz Bramowski aus Wefensleben vom SASC den Europameistertitel bei der FISTC Championship European Cart in Dänemark erkämpft. 120 Teams aus 16 Nationen waren nach Kalo gereist. Sein Mannschaftskollege Andreas Wiatowski aus Dannefeld fuhr mit seinen sechs Hunden auf den ersten Platz und wurde in dieser Disziplin Europameister. Seine Frau Angela Wiatowski ist in der Mitteldistanz Vize-Meisterin geworden. Die deutsche Mannschaft belegte den ersten Platz. Mächtig stolz auf den Erfolg seines Vereins ist natürlich auch Gottschlich, der beim Jahresabschlusscamp seine drei eigenen Hunde und drei Gasthunde vor den Wagen spannte, um gemeinsam mit seiner Frau Doris und mit den treuen Hunden die 6,5 Kilometer lange Strecke absolvierte. Höhepunkt des Trainings war ein Gespann mit zwölf Hunden. Andreas Friedl aus Ummendorf, der zweite Vorsitzende des Clubs, stellte sechs Hunde. Er führte als Musherdas Gespann. Als Beifahrer war Sportwart Uwe Fritz aus Apenburg, der weitere sechs Hunde stellte, dabei.

Jetzt bereiten sich die Mitglieder des Clubs auf das Rennen am 30. und 31. Januar, das in Benneckenstein stattfinden wird, vor.

Das fünfte Schlittenhunderennen in Calvörde wird vom 29. bis zum 30. Oktober im Grieps ausgetragen. Zuschauer sind - wie immer – willkommen.

Paula Fischer, die neue Pächterin der Waldgaststätte Grieps, hat zwar ihr Gasthaus noch nicht geöffnet, aber begrüßte die Hundefreunde mit ihren Wohnmobilen bereits auf dem Areal. Grünes Licht hatten die Clubmitglieder auch von Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake.

„Der Bürgermeister freut sich über jede Veranstaltung im Grieps. Wenn Ostern die ersten Gäste in die Waldgaststätte kommen, können die Kinder auch unsere Hunde streicheln. Dann sind wir nämlich auch wieder im Gieps dabei“, versprach Gottschlich.