Haldensleben/Lübberitz l Förster Harald Eisenkrätzer ist pappesat. Mitten in seinem Revier, im Lübberitzer Forst, liegen zwei große Säcke Müll. Offensichtlich der Abfall von Baustellen. „Das sind alles leere Zementtüten“, zeigt Eisenkrätzer auf den Müllberg. Dazwischen Plastikflaschen, die auf eine türkische Herkunft schließen lassen – ebenso wie die Verpackung einer „Knoblauchwurst nach türkischer Art, scharf“, wie Eisenkrätzer vorliest.

Dass der Haldensleber Stadtwald immer wieder als Müllkippe missbraucht wird, ist für den Revierförster nichts Neues. Ärgerlich sei das, ganz klar, sagt er. Aber noch mehr ärgert er sich, weil er und Mitglieder der Hegegemeinschaft erst am Sonnabend vor einer Woche eine Sammelaktion durchgeführt und dabei einen großen Container voll illegal entsorgtem Müll aus dem Wald geholt hatten. „Am Freitag nach Herrentag rief mich der zuständige Jagdpächter für diesen Bereich an und teilte mir mit, dass hier schon wieder Müll entsorgt wurde“, schüttelt Eisenkrätzer verständnislos den Kopf.

Wiederholt Baustellenmüll entsorgt

Er tippt auf einen Wiederholungstäter. „Wir hatten hier ganz in der Nähe schon einmal Bauabfall“, erinnert sich der Förster. „Damals wurden Styroporplatten entsorgt.“ Etwa 350 Meter ist die illegale Müllhalde von der Bundesstraße 71 entfernt. „Derjenige muss sich hier auskennen. Das ist wie ein Rundweg: Man fährt von der B71 in den Wald, lädt ab, fährt einfach weiter und kommt über den Hüttschen Weg wieder zur B71. Hier fährt keiner auf blauen Dunst lang“, ist Harald Eisenkrätzer überzeugt.

Selbst die Schranken, mit denen die Waldwege versperrt sind, stellen für die Umweltfrevler kein Hindernis dar. „Die werden einfach geöffnet“, hat der Revierförster festgestellt. Er wird den Vorfall nun beim Umweltamt des Landkreises anzeigen.