Rottmersleben l Die Infrastruktur weist in Rottmersleben einige Lücken auf. Eine Einkaufsmöglichkeit im Ort fehlt seit einigen Jahren, Fachärzte befinden sich in den Städten und wer beispielsweise einen neuen Personalausweis braucht, muss nach Irxleben ins Rathaus fahren. „Gerade für ältere Leute ist es nicht einfach, die Wege zu bewältigen“, erklärt Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz.

So war er auch begeistert, als ein Projekt mit sogenannten Mitfahrbänken bei einer Veranstaltung des Kreisseniorenrates, dessen Vorsitzender er ist, vorgestellt wurde. In vielen Orten in Deutschland und auch hinter der deutschen Grenze wie in Österreich, sind diese Bänke inzwischen beliebte und gut angenommene Mittel, um der Vereinsamung in kleinen Orten entgegenzuwirken. Sie erleichtern Menschen ohne Fahrzeug die Fortbewegung, helfen aber auch, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Lebensqualität zu steigern. „Das wäre auch etwas für Rottmersleben“, dachte sich das Ortsoberhaupt und leitete erste Schritte ein. Mittlerweile steht eine Bank am Gedenkstein an der Hauptstraße und auch die Schilder sind in Arbeit.

Schilder zeigen den Zielort

Während ein fest installiertes Schild zukünftig auf die Mitfahrbank verweisen soll, sollen die anderen Schilder beweglich angebracht werden. Auf denen sollen nach Weitz´ Aussage dann gut lesbar Ortsnamen wie Magdeburg, Haldensleben oder auch Rathaus Irxleben vermerkt werden. „Die Schilder sollen dann hochgestellt werden, damit vorbeifahrende Rottmersleber wissen, wohin der Wartende fahren möchte und ihn vielleicht mit dem Auto mitnehmen“, so Weitz, der im Mitnehmen auch eine Alternative zum regelmäßigen Busverkehr in Rottmersleben sieht. Es sei nicht nur eine Form der Nachbarschaftshilfe, sondern habe auch etwas mit Geld- und Energiesparen zu tun. Seine Hoffnung ist groß, dass das neue „Mitreiseangebot“ von den Rottmerslebern auch gut angenommen wird.

Den Standort seiner Mitfahrbank hat der Ortsbürgermeister nach seiner eigenen Aussage ganz bewusst gewählt. Nicht nur, weil an der Hauptstraße viele Autofahrer vorbeikommen und ein Anhalten gut möglich ist. Sollten die Wartenden doch nicht von einem Autofahrer mitgenommen werden, dann können sie auf kurzem Wege zu den Bushaltestellen gelangen und zu den normalen Abfahrzeiten den Bus nehmen, um ihr geplantes Ziel zu erreichen.