Neuanfang

Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ löst sich auf

Die Lokale Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ zerbricht. Eine von mehreren möglichen Varianten ist, eine neue Gruppe im Rahmen der Verbandsgemeinde Flechtingen zu gründen. Ziel ist nach wie vor, regionale Projekte unter Ausschöpfen von Fördermitteln voranzubringen.

Von Anett Roisch
Einige Projekte wurden bereits durch die LAG umgesetzt. Auch Sanierungsmaßnahmen am Schloss in Dorst zählen dazu. So wurden die Terrasse und die Fassade des kleinen Jagdschlosses erneuert. Ein weiteres Vorhaben am Schloss steht auf der Liste der Förderprojekte in der Warteschleife.
Einige Projekte wurden bereits durch die LAG umgesetzt. Auch Sanierungsmaßnahmen am Schloss in Dorst zählen dazu. So wurden die Terrasse und die Fassade des kleinen Jagdschlosses erneuert. Ein weiteres Vorhaben am Schloss steht auf der Liste der Förderprojekte in der Warteschleife. Foto: Anett Roisch

Flechtingen - In der Verbandsgemeinde Flechtingen gibt es mit „Rund um den Drömling" und „Flechtinger Höhenzug“ zwei Lokale Aktionsgruppen (LAG). „Diese Gruppen arbeiten in sogenannten Förderperioden. Die aktuelle Periode läuft in diesem Jahr aus, die nächste soll von 2021 bis 2027 gehen“, erklärte Gerhard Reinecke aus Wegenstedt, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“, bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Flechtingen.

Nach Reineckes Ausführungen sei vor gut einem Jahr von der Landesregierung eine Diskussion entfacht worden, die zwei Punkte beinhalten. Zum einen geht es um die Organisation. Die LAG seien „lockere Vereinigungen, die keinen Rechtsstatus haben und deshalb auch keine eigenen Rechtshandlungen vollziehen dürfen. In Zukunft soll es so sein, dass sich die Organisationsstrukturen verändern. Maßgabe dabei sei, dass es Rechtspersonen werden. 

Der Knackpunkt dabei ist die Diskussion um die Gebietskulisse. Zielstellung dabei wäre, die gegenwärtige Zahl der Lokalen Aktionsgruppen – derzeit gibt es 23 dieser Gruppen in Sachsen-Anhalt – auf die Anzahl der Landkreise zu reduzieren.

Die LAG „Flechtinger Höhenzug" ist eine große Gruppe, zu der auch die Stadt Haldensleben und die Hohe Börde gehören. Parallel gibt es dazu die Gruppe „Rund um den Drömling“, die sich nicht allein auf den Landkreis Börde bezieht, sondern auch Gemeinden der Stadt Gardelegen zählen dazu. Nun gäbe es eine Initiative vom Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, Michael Ziche (CDU). Er mache sich dafür stark, nur noch eine einzige große LAG-Gruppe in der Altmark zu bilden. Dazu soll dann auch die Stadt Gardelegen mit all ihren Gebieten gehören.

Einwohnerzahlen reichen nicht mehr

„Die Stadt Gardelegen hat ihren Teil der Gemeinden aus der LAG ,Rund um den Drömling' rausgelöst. Das Ausscheiden hat die Konsequenz, dass die Einwohnerzahlen eventuell nicht mehr ausreichen“, schilderte Reinecke. Er bedauerte, dass es ihm nicht gelungen sei, die bestehenden Strukturen zu erhalten. Deshalb stehe eine Neugründung bevor. Der Vorsitzende schlug vor, in der Verbandsgemeinde Flechtingen eine eigene LAG zu gründen. Als Partner würden eventuell noch die Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen dazu kommen. Dabei würde die Gruppe auf eine Zahl von etwa 30.000 Einwohner kommen.

Eine weitere Variante wäre, dass die jetzige LAG „Flechtinger Höhenzug" mit der LAG der Gemeinde Calvörde und der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen ergänzt wird.

Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) befürwortete die Möglichkeit des Zusammenschlusses der LAG im Rahmen der Verbandsgemeinde und der benachbarten Einheitsgemeinde. Als Vorteil sieht er, dass die Verwaltung der Kommunen sich auf eine LAG konzentrieren und so Verwaltungsabläufe vereinfacht werden könnten. Außerdem könnte der „Flechtinger Höhenzug“ und das Biosphärenreservat Drömling in Sachen Tourismusförderung weiter vernetzt und entwickelt werden.

Hubertus Nitzschke (UWG) sieht in der Struktur der Verbandsgemeinde größere Chancen auf die Förderung regionaler Vorhaben. Reinecke betonte, dass die Bildung der LAG ein Prozess sei, der derzeit zur Diskussion stehe. Bis zur Sommerpause soll jedoch im Verbandsgemeinderat Flechtingen eine Entscheidung getroffen werden.