Rätzlingen l Was ist los? Das werden sich viele Rätzlinger Bürger und die Passanten der Lindenstraße in den letzten Wochen gefragt haben. Alle Bauarbeiten am neuen Gemeinde- und Kulturzentrum ruhen, nirgends ist Bewegung zu spüren. Eigentlich sollte der Rohbau schon längst fertig sein. Für November war die Vollendung des Vorhabens vorgesehen. Was war geschehen?

„Beim Abriss der alten Pfarrscheune zeigte sich, dass die Bausubstanz der zu erhaltenden Bauteile nicht so war, dass weiter gebaut werden konnte“, erklärte Henriette Mewes im Namen des Gemeindekirchenrates Rätzlingen/Kathendorf. Eine Prüfung wurde erforderlich und somit ein Baustopp verfügt. „Um die Bauarbeiten wieder aufnehmen zu können, mussten erneut einige Instanzen durchlaufen und ein neuer Bauantrag gestellt werden“, schilderte die Kirchenrätin, die in Kathendorf zuhause ist.

Außerdem gab es bei dem Abriss des alten Gemäuers einen Fund. „Günter Riedel, der sich mit der Geschichte von Rätzlingen beschäftigt, hat sich mit dem Fund auseinander gesetzt. Ich weiß nicht, ob diese Scherben wertvoll oder überhaupt zuzuordnen sind. Die Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie haben die Fundstücke mit nach Halle genommen. Dort werden die Scherben untersucht“, erklärte Henriette Mewes.

Finanziert aus öffentlichen Mitteln

Die Errichtung des Gemeindezentrums wird zu einem sehr großen Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Kosten betragen insgesamt etwa 369.000 Euro. In der Summe enthalten sind etwa 107.000 Euro Eigenmittel, etwa 20.000 Euro kommen aus den Baulastfonds. Die Höhe der Leader-Zuwendung beträgt etwa 241.600 Euro. „Die Fördermittel des Leader-Projektes der EU haben einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten. Das heißt, dass wir uns als Bauherr an Vorgaben halten und die Bearbeitungszeiten abwarten müssen und nicht so einfach weiter bauen können“, begründete Henriette Mewes. Groß ist die Hoffnung der Gemeindekirchenräte, dass die Kosten nicht gestiegen sind.

„Der Baustopp ist aufgehoben. Es geht im September mit der Baumaßnahme weiter“, sagte Planer Dr. Berthold Heinecke am Dienstag. Und auch die Mitglieder des Gemeindekirchenrates sind zuversichtlich, dass der Rohbau noch vor dem Winter fertig wird. „Wir hoffen, dass der Rohbau im Sommer fertig gestellt werden kann. Wir freuen uns auf unser Gemeindezentrum, das ja in erster Linie und hauptsächlich der kirchlichen Gemeindearbeit dient. Dort sollen dann all die schönen und wichtigen Veranstaltungen stattfinden“, blickte die Kathendorferin voraus.

Mit dem Gemeindezentrum soll etwas entstehen, das Jung und Alt nutzen können. Das Zentrum soll das Gemeindeleben reicher machen und Menschen zusammen führen. In diesem Sinne sehen wir freudig dem entgegen, was wieder Bewegung ins Dorf bringt“, so Henriette Mewes.