Lindenallee

An Nachnutzung für ISV-Sportplatz in Althaldensleben wird weiter gefeilt

Das ehemalige Sportgelände beschäftigt die Stadträte schon seit Jahren. Bisher konnte noch keine Idee überzeugen.

Von Jens Kusian

Haldensleben. Seit mehr als einem Jahr beschäftigt der Sportplatz an der Lindenallee die Stadträte, insbesondere die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Kultur, Schule und Sport. Bislang hat sie keine Idee für eine Nachnutzung des Geländes überzeugen können. Zu viele Fragen sind in der Vergangenheit offen geblieben. Nun haben die Ausschussmitglieder einen neuen Anlauf genommen - und sind einen kleinen Schritt weiter gekommen.

Zwar ist auch die jüngste Sitzung ergebnisoffen geblieben, doch hat sie ein wenig mehr Klarheit in die Angelegenheit gebracht. Mittlerweile ist das Vorhaben, auf dem Gelände einen Caravanstellplatz mit Gastronomie und Freizeitangeboten einzurichten, vom Tisch. „Der Interessent hat unser Angebot, die Fläche zu mieten beziehungsweise in Erbbaupacht zu übernehmen, nicht angenommen“, erklärt Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin, Sabine Wendler, dazu. Denn das Grundstück zu verkaufen, sei für die Stadt keine Option, macht sie deutlich.

Initiative von jungen Althaldenslebern

Zur Debatte stehen jedoch weiterhin die Anträge der SPD-Fraktion im Stadtrat. Sie möchte den ehemaligen ISV-Sportplatz zu einem Bolzplatz umwidmen lassen und die Vereinsgebäude als frei vermietbare Objekte für Familienfeiern oder privaten Kursanbietern zur Verfügung stellen. Auch Stadtrat Reinhard Schreiber (Bürgerfraktion) hält weiter an seinem Vorhaben fest, mit einem Großverein das gesamte Sportplatzgelände wieder zu neuem Leben zu erwecken. Allerdings habe sich die Idee eines solchen Vereins wegen der Corona-Pandemie aktuell zerschlagen.

Neu im Boot sind dagegen Sabine Meißner und Alexander Bonstedt. Die beiden Althaldensleber haben ebenfalls Ideen zur Nachnutzung des Geländes an der Lindenallee entwickelt und dem Ausschuss am vergangenen Dienstag vorgestellt. Ihr Vorschlag: Das Gelände soll künftig für Sport- und Kulturveranstaltungen genutzt werden.

Osterfeuer, Martinsfeste und Halloweenpartys könnten dort genauso gut stattfinden wie ein Sommerkino oder ein Kinderfest mit sportlichen Wettkämpfen für klein und groß, meinen sie. Das Vereinsgebäude könnte als Kiosk für die benachbarten Kleingärtner oder die Besucher des Landschaftsparks genutzt werden. Sogar Übernachtungsmöglichkeiten für Radwanderer könnten dort angeboten und Platz für Dauercamper geschaffen werden, lauten die Vorstellungen.

Ohne Verein nicht umsetzbar

Auch Meißner und Bonstedt plädieren dabei für einen Verein. „Wir sind beide selbständig und als Privatleute aktuell nicht in der Lage, solch ein Vorhaben finanziell zu stemmen“, macht Sabine Meißner deutlich. Damit stoßen sie bei den Ausschussmitgliedern auf offene Ohren. „Auch Herr Schreiber möchte einen Verein. Da sind Sie ja schonmal zu zweit“, meint Vorsitzender Klaus Czernitzki (Die Linke). Und einen Vorschlag für den Vereinsnamen hat Sabine Meißner schon in petto: „,Gänseblümchen' - denn das Gänseblümchen steht nie allein.“

„Ich finde es erst einmal super, dass sich auch die junge Generation mit dem Thema Lindenallee beschäftigt“, lobt Schreiber. Allerdings hätte er sich gewünscht, wenn Meißner und Bonstedt ihre Ideen im Vorfeld mit der Initiative „Olln lebt“, dem Quartiersmanager für Althaldensleben und der Wählergemeinschaft Pro Althaldensleben besprochen hätten. „So hätten wir alle zusammen schon an einem Konzept stricken können“, ist er überzeugt.

Standort für Abenteuerspielplatz

Dies soll nun, so sind sich die Ausschussmitglieder einig, als nächster Schritt folgen. „Wir müssen alle an einen Tisch holen, sonst reden wir aneinander vorbei“, schlägt Tim Teßmann (CDU) vor. Dem pflichtet auch Czernitzki bei: „Wir müssen feststellen, dass wir im Ausschuss allein nicht weiterkommen.“ Allerdings möchte er die Ausschussmitglieder gern bei einer solchen Ideenschmiede dabei haben.

Es sei gut, dass sich auch die Bürger um die Sache kümmern wollen, betont Bodo Zeymer (Bündnis 90/Grüne). „Aber was plant eigentlich die Stadt in Sachen Lindenallee?“, fragt er. Die Antwort hat Sabine Wendler parat: „Wir haben die Idee, dort einen Abenteuerspielplatz zu errichten“, sagt sie. Schließlich sei die Verwaltung vom Stadtrat mit der Suche nach einem geeigneten Standort für einen neuen Spielplatz beauftragt worden, begründet Wendler diesen Vorschlag. Und die Stadt könne dafür Fördermittel beantragen.

Kostenfrage ist noch völlig offen

Damit ist sie aber nicht auf Gegenliebe gestoßen. „Wir können doch erst einen Standort suchen, wenn wir wissen, was für einen Spielplatz wir eigentlich haben wollen. Darüber wollten wir uns erst einmal in den Fraktionen beraten“, erinnert Birgit Kolbe (Bürgerbewegung HDL) an die Diskussion im Stadtrat im Dezember vergangenen Jahres.

Vielmehr, so Kolbe weiter, müsse erst einmal geklärt werden, wie viel Geld investiert werden müsse, um das Areal an der Lindenallee überhaupt wieder nutzbar zu machen. Das sehen auch andere Ausschussmitglieder so. Diese Kostenschätzung will die Verwaltung nun erstellen. Für Sabine Wendler steht in Sachen Lindenallee jedoch eines unumstößlich fest: „Oberste Priorität hat für uns als Verwaltung die öffentliche Nutzung des Geländes!“.