Haldensleben l 5445 Frauen und Männer im Landkreis waren im Mai 2020 ohne festen Job. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Magdeburg hervor. Das waren 175 Arbeitslose mehr als noch im April. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,7 auf 6,0 Prozent. Nimmt man Zahlen aus dem Mai 2019 wird der Anstieg noch deutlicher. Damals waren 678 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Das entspricht einem Anstieg um 14,2 Prozent.

„Üblicherweise gibt es im Mai einen Rückgang beim Bestand an Arbeitslosen. Die Entwicklung verläuft aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr in die umgekehrte Richtung. Allerdings konnte der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mai etwas gebremst werden“ berichtet Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur, die neben der Landeshauptstadt und dem Jerichower Land auch für den Landkreis Börde zuständig ist.

Kurarbeit sorgt für Stabilität

Immerhin: Für etwas Stabilität auf dem Arbeitsmarkt hat das Kurzarbeitergeld gesorgt. So konnte eine größere Anzahl an Entlassungen vermieden werden. „Im Vergleich zum April ist die Zahl der Entlassungen bereits etwas zurückgegangen“, erklärt Matthias Kaschte. Er hoffe, dass eine erneute Infektionswelle ausbleibe und die Wirtschaft „wieder hochfahren kann“. Unternehmen hätten die Möglichkeiten der Kurzarbeit erheblich genutzt, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten.

Seit Verschärfung der Corona-Krise im März 2020 wurde bis einschließlich Mai für insgesamt 14.378 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. In einigen Wirtschaftsbereichen ist die Kurzarbeit bereits wieder beendet, in anderen hingegen wurde eine Verlängerung von Kurzarbeit angezeigt. Der Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit schätzt daher ein, dass die für März und April angezeigte Kurzarbeit die maximale Obergrenze der Inanspruchnahme von Kurzarbeit darstellt. Kurzarbeit wurde und wird von Unternehmen aller Branchen eingesetzt, insbesondere aber von den Unternehmen, die von behördlichen Schließungen betroffen waren oder sind, also zum Beispiel dem Gastgewerbe, Friseure aber auch Handelsgeschäfte. „Die Bearbeitung der eingehenden Anträge auf Kurzarbeitergeld hat weiterhin höchste Priorität“, verspricht Matthias Kaschte.

Bedarf an Fachkräften besteht aber weiterhin

Der grundsätzliche Bedarf an Fachkräften in der Region bestehe trotz der aktuellen Krise fort. Dies wird am weiterhin hohen Bestand offener Stellen deutlich, auch wenn dieser im Mai im Vergleich zum Vormonat etwas zurückgegangen ist. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen beläuft sich im Mai auf 2310, 162 weniger als im April. Jetzt in der Krise werden aber grundsätzlich weniger offene Stellen gemeldet als üblich.

Die meisten vorhandenen Stellenangebote kommen aus den Berufsgruppen Verkehr und Logistik (1274 Stellen), Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (444) und Gesundheit und Soziales (194).