Althaldensleben l Der Althaldensleber Kleingartenverein Lindenallee will eine der ungenutzten Parzellen als Schaugarten neu gestalten. Damit sollen die Artenvielfalt und die heimischen Insekten gefördert werden. „Der Gartenverein will einen Beitrag für den Naturschutz leisten und somit auch die Gartenanlage attraktiver machen“, erklärt Vereinsvorsitzender Gerhard Tietge.

Zu einem naturnahen Garten gehört einiges dazu. Für diesen werden heimische Gartenpflanzen, Staudenbeete mit heimischen Gartenpflanzen, Obstgehölze der Alten Sorten, Hochbeete mit Mischkultur, Schaupflanzungen für geschnittene Hecken in Kleingärten und Wildobstgehölze angeschafft.

Erste Bienen schon vor Ort

Der Kleingartenverein hat den Imker Jörg Ackermann gefragt, ob er eine der freien Parzellen für seine Bienen nutzen will. Durch Zufall lernte er die Landschaftsarchitektin Annett Kriewald vom Haus Natursinn in Magdeburg kennen. „Sie hatte die Idee, den Garten nicht nur bienenfreundlich zu gestalten, sondern daraus gleich einen naturnahen Schaugarten zu machen.“

Bilder

Dieser soll den Kriterien der Aktion „Natur im Garten“ entsprechen. Neben dem Verzicht auf Pestizide setzen die Initiatoren auf torfhaltige Erde, minerallöslichen Dünger, das Verwenden insektenfreundlicher Pflanzen und Naturgartenelemente wie Komposthaufen, Wiesenelemente und Laubbäume. Dahinter steckt die Idee, das ökologische Bewusstsein für die Öffentlichkeit zu fördern und Naturgartenwissen zum Anfassen anzubieten.

Ökologisches Bewusstsein fördern

So entstand das Kooperationsprojekt mit mehreren Akteuren. Der Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt, die Gartenakademie Sachsen-Anhalt, die Ökoschule Hundisburg, die Schlossimkerei Hundisburg, das Haus Natursinn, die Volksbank Helmstedt und der Nabu aus Sachsen-Anhalt sind an dem Projekt beteiligt. Jeder leistet einen Beitrag für den zukünftigen Naturgarten.

Der Nabu spendet einige Bäume und ein Bienenhotel. Die Volksbank Helmstedt stellt einen Bienenschaukasten zur Verfügung. Von der Schlossimkerei Hundisburg gewinnt Jörg Ackermann Tipps, einen bienenfreundlichen Garten zu gestalten. Die Gartenakademie und der Landesverband Gartenfreunde stellen die Kontakte dank ihrer Netzwerke her.

„Der Garten wird etwas für die Gemeinschaft sein“, sagt Jörg Ackermann. Denn das Haus Natursinn und die Ökoschule Hundisburg wollen Workshops anbieten, bei denen Hochbeete und mehr gestaltet werden können. „Interessierte können sich dort ihr Umweltwissen praxisnah abholen und die Schüler bekommen damit einen außerschulischen Lernort“, erklärt Annett Kriewald.

Workshops sind geplant

In praxisnahen Workshops sollen Teilnehmer beispielsweise Hochbeete bauen, die dann für den Garten genutzt werden. „Das ist ein Mehrwert für alle, sowohl für die Besucher, die daraus etwas mitnehmen können, als auch für den Kleingartenverein“, erklärt die Landschaftsarchitektin. Darum werden die Pflege, Gestaltung und Anschaffung der Materialien nicht am Kleingartenverein hängen bleiben. Der Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt will dann zukünftig dieses Modell eines Schaugarten auch bei anderen leer stehenden Gartenflächen umsetzen.

Schaugärten sollen laut Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt noch mehr Touristen in die Börde locken. „Immer mehr Leute interessieren sich für private Gärten, wollen mit den Gärtnern ins Gespräch kommen.“ Schaugärten bieten Besuchern die Chance, ökologisch gestaltete Anlagen zu erleben.

Noch befindet sich das Projekt in der Planung. Bei einem Treffen schienen sich alle Kooperationspartner einig zu sein. „Dieses Jahr sollen die Finanzen feststehen, so dass mit Anfang der Gartensaison ab April 2020 erste Workshops und Maßnahmen umgesetzt werden können“, erzählt Kriewald. Darum bemühen sich die Initiatoren derzeit, Fördermittel aus verschiedenen Töpfen zu bekommen. So hoffen sie, vom Bundesinstitut für Umwelt und vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt gefördert zu werden.